

Erleben Sie die Landschaft des Unteres Steinatal aus einer neuen Perspektive: Wie wirken Klimawandel, Landnutzung und Biodiversität zusammen? Welche Nutzungskonflikte entstehen – und welche Lösungsansätze führen zu einer klimaresilienten und biodiversitätsorientierten Entwicklung?
Diese geführte Exkursion richtet sich an Akteur:innen, die Landschaft aktiv mitgestalten möchten.

Station 1 – Unterer Steina-Canyon:
Geologisches Phänomen und gleichzeitig illegale Müllablagerungen in einem sensiblen Ökosystem. Die schattenspendenden Auenwälder beherbergen noch eine hohe Artenvielfalt auf. Vor Ort diskutieren wir die Balance zwischen Schutz, Nutzung und Verantwortung und die Bedeutung von Umweltbildung (BNE) für nachhaltige Landschaftsentwicklung. Archivfoto: Dieter Schäuble

Station 1 – Steinaversickerung:
Im Unterer Canyon werden geologische Prozesse, Erosion und Wasserführung sichtbar, u.a. die Steinaversickerung und das Wadi (trockengefallenes Bachbett) als Naturschauspiel. Archivfoto: Vanessa Kasseckert

Station 2 – Gewässerrandstreifen:
Gewässerrandstreifen gehören zu den wichtigsten Lebensadern einer klimaresilienten Landschaft. Sie schützen Bäche und Flüsse vor Nährstoff- und Schadstoffeinträgen, verhindern Bodenerosion, beschatten das Wasser und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten wertvolle Lebensräume. Gerade im Klimawandel gewinnen sie als natürliche Kühl- und Wasserspeicher zunehmend an Bedeutung.
Im unteren Steinatal fehlen entlang einzelner Gewässerabschnitte teilweise die gesetzlich vorgesehenen Gewässerrandstreifen. KLIMENZ setzt sich deshalb für die Entwicklung einer biodiversitätsorientierten Schwammlandschaft ein, in der naturnahe Uferzonen Wasser zurückhalten, Hochwasserspitzen abmildern und gleichzeitig Lebensräume miteinander vernetzen.
Die ehemalige Fischtreppe erinnert daran, wie wichtig die ökologische Durchgängigkeit von Fließgewässern für wandernde Fischarten ist. Heute stehen insbesondere die Verbesserung natürlicher Gewässerstrukturen sowie der Schutz heimischer Fisch- und Krebsarten im Mittelpunkt.
Auch der Biber gestaltet das Steinatal aktiv mit. Durch seine Bautätigkeit entstehen strukturreiche Ufer, Kleingewässer und Feuchtbiotope, von denen Amphibien, Libellen, Fische, Vögel und viele weitere Arten profitieren. Gleichzeitig erfordert seine Rückkehr ein abgestimmtes Bibermanagement, das Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft sowie Hochwasserschutz miteinander in Einklang bringt.

Station 3 – Wasserfall Detzeln:
Der Steina-Wasserfall bei Detzeln verbindet Naturerlebnis, Gewässerschutz und Umweltbildung auf besondere Weise. Das historische Querbauwerk prägt seit Jahrzehnten das Landschaftsbild und dient im Sommer vielen Kindern als natürlicher Badeplatz.
Gleichzeitig wird untersucht, ob das bestehende Wehr künftig als Krebssperre gegen invasive Flusskrebsarten genutzt werden könnte. Dadurch könnten heimische Edelkrebse und empfindliche Gewässerökosysteme besser geschützt werden. Hierzu sind jedoch noch ökologische Gutachten, fachliche Konzepte sowie wasserrechtliche Prüfungen erforderlich. KLIMENZ begleitet diesen Prozess gemeinsam mit Fachbehörden und dem Landesfischereiverband konstruktiv.
Das Wehr eignet sich außerdem hervorragend als Lernort für Umweltbildung. Hier lassen sich Themen wie Hochwasser, Gewässerökologie, Fischwanderung, Artenvielfalt und Klimawandel direkt vor Ort anschaulich vermitteln. Aktionen mit Ökomobil, Fischmobil oder Gewässerputzaktionen machen die Steina zu einem lebendigen Klassenzimmer unter freiem Himmel.
Im Porphyrwerk Detzeln (PWD) erleben Sie bei einer Führung:
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Diese Station macht deutlich, wie wirtschaftliche Nutzung und ökologische Entwicklung zusammen gedacht werden können.

Station 4 – Porphyrwerk Detzeln:
Sprengungen, Bohrungen, Mahlwerk und intensiver Betriebsverkehr zeigen in dieser Station die Herausforderungen und Chancen, wirtschaftliche Nutzung, Natur- und Klimaschutz in Einklang zu bringen. Die Eingriffe hinterlassen tiefgreifende Veränderungen in der Landschaft; ehemals vernetzte Biotope, Lebensräume und Nahrungsketten werden dauerhaft unterbrochen oder zerstört. Archivfoto: Verein

Station 4 – Westbruch Gemarkung Krenkingen
Das Bild zeigt den Westbruch sowie das 2018 in den Fels gesprengte neue Bachbett des Krebsbachs. Für den Erhalt der Artenvielfalt und die Verbesserung des Mikroklimas sind zeitnahe, nachhaltige Renaturierungsmaßnahmen dringend erforderlich. Mit der Pflanzung von drei schattenspendenden Schwarzerlen wurde ein erster Schritt vom PWD umgesetzt; weitere Revitalisierungen sind vorgesehen. Archivfoto: Verein

Station 4 – Krebsbach-Wasserfall im Westbruch:
Der Krebsbach-Wasserfall im Westbruch des Porphyrwerks Detzeln ist mit 23 Metern höher als der Rheinfall bei Schaffhausen. Entlang der L159 bis zum Wasserfall bietet sich die Entwicklung eines Lehrpfads „Ökologie und Ökonomie“ an.
vlnr: Jörg Kasseckert (KLIMENZ-Vorsitzender), Martin Lohrmann (Klima-Experte), Hellmut von Koerber (Experte für Wald-Wasser-Boden) und Niklas Nüssle (MdL, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Archivfoto: Verein

Station 5 – Narben im Steinatal (Westbruch):
Das Steinatal zählt zu den schönsten Landschaften der Region. Gleichzeitig zeigt sich hier eindrucksvoll, wie tiefgreifend Eingriffe des Menschen Landschaften verändern können. Der Rohstoffabbau verändert Landschaftsstrukturen erheblich. Eingriffe in Lebensräume können bestehende Biotopverbünde beeinträchtigen. Rekultivierungs- und Renaturierungsmaßnahmen sind deshalb wichtige Bestandteile einer nachhaltigen Standortentwicklung. Foto: Archiv

Station 5 – Sekundärbiotop 2000 (Nordbruch):
Besonders der Nordbruch zeigt, wie wichtig konsequente Rekultivierung ist. Nach dem Ende des Abbaus entwickelte sich dort zunächst ein wertvolles Sekundärbiotop mit Feuchtflächen und einer artenreichen Amphibienfauna. Durch spätere Veränderungen gingen jedoch große Teile dieser Lebensräume verloren. Aus Sicht von KLIMENZ bieten weiterführende Renaturierungsmaßnahmen erhebliches Potenzial zur Förderung der Biodiversität und Verbesserung des Mikroklimas. Foto: Archiv

Station 6 – Fischteiche im Fockeltengraben
Die ehemaligen Forellen- und heutigen Karpfenteiche gelten als idyllische Naturlandschaft mit einer außergewöhnlichen, teils vom Aussterben bedrohten Flora und Fauna. Dazu zählen unter anderem Geburtshelferkröten, Feuersalamander und Edelkrebse. Archivfoto: Dieter Schäuble

Station 6 – Naturerlebnistage, Edelkrebse und BNE
Die Lebensräume für geschützte Arten, Wasser als Lebensgrundlage, Waldpädagogik, Biotopverbunde. Diese Station zeigt eindrücklich, wie sensibel ökologische Systeme reagieren, wie wichtig integrierte Landschaftskonzepte sind und wie nachhaltig Umweltbildung sein kann. Archivfoto: Verein

Station 6 – Wasserorganismen mit großer Wirkung
Makrozoobenthos spielen eine zentrale Rolle im Abbau von organischem Material, sorgen für eine Verbesserung der Wasserqualität und dienen als Nahrung für Fische. Diese Übersicht hat Malte Seibold, Leiter das Fischmobils, erstellt. Foto: LFVBW

Station 7 – Vereinsheim und “Grünes Klassenzimmer”
Das KLIMENZ-Vereinsheim bildet das Herzstück zahlreicher Umweltbildungs- und Naturschutzprojekte im Steinatal. Von hier aus starten Exkursionen, Workshops und die Steinatal-Safaris. Gleichzeitig entstehen hier neue Ideen für Natur-, Klima- und Artenschutz.
Das „Grüne Klassenzimmer” verbindet Lernen mit unmittelbarem Naturerleben. Kinder, Familien, Schulen, Vereine und Erwachsene entdecken hier ökologische Zusammenhänge nicht aus Büchern, sondern direkt im Lebensraum Wald und Gewässer. Themen wie Biodiversität, Wasserhaushalt, Boden, Klimawandel, Artenkenntnis oder nachhaltige Landnutzung werden praxisnah vermittelt.
Als Ideenwerkstatt der „Biodiversitätsorientierten Schwammlandschaft Unteres Steinatal” versteht sich das Vereinsheim zugleich als Ort der Begegnung. Ehrenamt, Wissenschaft, Behörden, Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft und Naturschutz können hier gemeinsam Lösungen für eine klimaresiliente und artenreiche Landschaft entwickeln. Foto: Verein

Station 7 – Idylle und Natur pur in bester Lage
Das Vereinsheim liegt in traumhaft schöner naturnaher Umgebung mit Wiesen, Äckern, Wäldern, am Talbach unterhalb des Trinkwasserschutzgebietes. Foto: Dieter Schäuble

Die Steinatal-Safari ist Bestandteil des KLIMENZ-Projekts „Biodiversitätsorientierte Schwammlandschaft Unteres Steinatal“. Ziel des Projekts ist es, gemeinsam mit regionalen Akteur:innen klimaresiliente Landschaften zu entwickeln, natürlichen Wasserrückhalt zu stärken, die Biodiversität zu fördern und eine zukunftsfähige ländliche Entwicklung voranzubringen.
Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) machen komplexe Zusammenhänge erlebbar und nachvollziehbar. Sie schafft die Grundlage für Akzeptanz, Beteiligung und verantwortliches Handeln.
Die Biodiversitätstour “Steinatal-Safari” vermittelt praxisnahe Lösungsansätze und lädt zum Mitgestalten ein. Aussagen zu Natur- und Landschaftsentwicklung spiegeln den aktuellen Wissensstand sowie die fachliche Einschätzung der Referierenden wider.

Wer macht mit?
Bürger von Waldshut-Tiengen und Umgebung, Familien mit Schulkindern,
Natur-, Umwelt- und Klimaschützer.
Termin
Samstag, 1. August 2026, 14:00 Uhr, Abfahrt Waldshut Stadthalle,
Samstag, 1. August 2026, 14:15 Uhr, Abfahrt Tiengen Bahnhof,
Rückkehr ca. 18:00 Uhr,
Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt, außer bei Gewitter.
Individuelle weitere Termine für Kleingruppen auf Anfrage möglich.
Kosten
15 € pro Teilnehmer, Spenden willkommen
Betreuung
KLIMENZ-Team
Kapazität
4 Teilnehmer (geländegängiger PKW) oder 8 Personen (Kleinbus)
Nötige Ausrüstung
zweckmäßige der Witterung angepasste Kleidung und bequeme Wanderschuhe.
Hinweise
Teilnahme auf eigene Gefahr. Die Teilnehmer bzw. Erziehungsberechtigten sind einverstanden, dass während der Veranstaltung Fotos gemacht werden, die wir ausschließlich für Öffentlichkeitsarbeit verwenden.