Wilderei – ein stilles Verbrechen an unserer Natur

Tierleid. Wilderei. Verantwortung.

Ein dokumentierter Fall von Wilderei: FÖJ-ler Alexander hält einen Fuchs, der an den Folgen einer verbotenen Drahtfalle verendete – gefunden im „Klassenzimmer am Bach“ bei Detzeln.                Foto: Verein

Wilderei ist kein Problem ferner Länder oder vergangener Zeiten. Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu Fällen illegaler Jagd und verbotener Fangmethoden. Naturschutzorganisationen weisen darauf hin, dass viele dieser Taten im Verborgenen stattfinden und daher statistisch kaum erfasst werden. Der  dokumentierte Vorfall zeigt, welche Folgen dies für einzelne Tiere haben kann.

Sachverhalt: Ein dokumentierter Fund

Im FFH-Gebiet Fockeltengraben bei Detzeln wurde ein schwer verletzter Fuchs aufgefunden. Das Tier hatte sich in einer Drahtfalle verfangen und dabei massive Verletzungen erlitten. Trotz fachlicher Begutachtung waren diese so schwerwiegend, dass dem Tier nicht mehr geholfen werden konnte.

Nach Einschätzung der Beteiligten deutet die Art der Verletzungen auf eine illegale Fangmethode hin. Drahtschlingen und vergleichbare Fallen sind in Deutschland verboten, da sie unkontrollierbar sind und häufig zu langem, qualvollem Leiden führen. Zudem stellen sie eine erhebliche Gefahr für Haustiere und andere, nicht bejagte Tierarten dar.

Rechtliche Einordnung

Das Aufstellen solcher Fallen verstößt gegen das Bundesjagdgesetz. Nach § 19 BJagdG sind bestimmte Fangmethoden ausdrücklich verboten, darunter Drahtschlingen und andere nicht selektive Fanggeräte:
https://www.gesetze-im-internet.de/bjagdg/__19.html

Je nach Einzelfall kann Wilderei als Ordnungswidrigkeit oder Straftat verfolgt werden. Möglich sind Geldstrafen oder Freiheitsstrafen. In der Praxis bleibt die Aufklärung jedoch häufig schwierig, da Tatorte abgelegen sind und Beweise oft fehlen.

Einordnung: Einzelfall oder größeres Problem?

Ob es sich bei dem geschilderten Vorfall um einen Einzelfall oder um ein größeres strukturelles Problem handelt, lässt sich nicht eindeutig sagen. Fachverbände gehen jedoch davon aus, dass Wilderei auch in Deutschland eine relevante Rolle spielt.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) weist darauf hin, dass illegale Jagd, der Einsatz verbotener Fangmethoden und das Töten geschützter Arten regelmäßig vorkommen, viele Fälle jedoch unentdeckt bleiben. Laut NABU ist Wilderei daher auch hierzulande ein relevantes, aber häufig unterschätztes Problem.

Ökologische Bedeutung

Wildtiere wie Füchse erfüllen wichtige Funktionen im Ökosystem, etwa bei der Regulierung von Nagetierpopulationen. Das unkontrollierte Töten einzelner Tiere kann ökologische Gleichgewichte stören und langfristige Folgen für ganze Lebensräume haben.

Auch Organisationen wie der BUND und der WWF betonen, dass die illegale Verfolgung von Wildtieren den Arten- und Naturschutz insgesamt untergräbt.

Was jede und jeder tun kann

Wer beim Spaziergang im Wald oder in der freien Natur verdächtige Fallen, verletzte Tiere oder ungewöhnliche Beobachtungen macht, sollte diese nicht ignorieren. Hinweise können gemeldet werden bei:

  • der örtlichen Polizei
  • dem zuständigen Forstamt
  • einem ehrenamtlichen Naturschutzwart
  • dem Jagdpächter
  • der Unteren Jagdbehörde des Landkreises
    .

Frühes Melden kann helfen, weiteres Tierleid zu verhindern und illegale Aktivitäten aufzudecken.

Transparenz & Anliegen

Dieser Beitrag spiegelt die Einschätzung des Vereins KLIMENZ – Erlebbare Umweltbildung e. V. wider und basiert auf einem lokal dokumentierten Fall. Ziel ist es, über das Thema Wilderei zu informieren, für ihre Folgen zu sensibilisieren und zu verantwortungsvollem Handeln anzuregen.

Wilderei ist kein Kavaliersdelikt – sie ist ein stilles, oft unsichtbares Verbrechen an unserer Natur.

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