neugierig, tatkräftig, naturverliebt
Drei FÖJler der Stoll VITA Stiftung und von KLIMENZ erleben Biodiversität zum Anfassen
Natur erleben, Arten schützen und selbst mit anpacken: Gemeinsam mit drei engagierten Freiwilligen des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) der Stoll VITA Stiftung begab sich KLIMENZ auf eine besondere Entdeckungsreise durch das Untere Steinatal. Die Steinatal-Safari verband spannende Naturerlebnisse mit aktivem Naturschutz und zeigte eindrucksvoll, wie Umweltbildung, Klimaanpassung und praktisches Engagement Hand in Hand gehen. An sieben Erlebnisstationen wurde deutlich: Jede helfende Hand kann dazu beitragen, unsere einzigartige Natur für kommende Generationen zu bewahren.
Sieben Erlebnisstationen – sieben Perspektiven auf eine faszinierende Naturlandschaft
1. Unterer Canyon – Naturgewalten, Artenvielfalt und aktiver Gewässerschutz
Bereits die erste Station beeindruckte mit ihrer außergewöhnlichen Landschaft. Mächtige Muschelkalkfelsen, naturnahe Auwälder und der Bachlauf der Steina erzählen die Geschichte einer Landschaft, die über Jahrtausende vom Wasser geformt wurde.
Besonders faszinierend ist die Steinaversickerung. In den verkarsteten Kalkgesteinen verschwindet das Wasser der Steina stellenweise vollständig im Untergrund. Vor allem während trockener Sommermonate entsteht dadurch ein scheinbar trockenes Bachbett – ein seltenes hydrologisches Naturphänomen, das die Besonderheit des Steinatals eindrucksvoll sichtbar macht.
Neben den geologischen Besonderheiten wurde auch ein weniger erfreuliches Thema angesprochen: Eine illegale Müllablagerung im Naturraum verdeutlichte, wie wichtig Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und gemeinsamer Gewässerschutz sind.

Die beeindruckende Karstlandschaft macht die Naturkräfte des Steinatals hautnah erlebbar. Foto: Verein
2. Gewässerrandstreifen, ehemalige Fischtreppe und Biberaktivitäten
Lebensräume erhalten und gemeinsam weiterentwickeln
An der zweiten Station stellte KLIMENZ seine Vision einer klimaresilienten und biodiversitätsorientierten Modelllandschaft im Unteren Steinatal vor. Intakte Gewässerrandstreifen übernehmen dabei zahlreiche ökologische Funktionen: Sie filtern Nährstoffe, schützen vor Erosion, verbessern die Wasserqualität und bieten Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen.
Die Teilnehmer erfuhren außerdem, welche Bedeutung die frühere Fischtreppe für die ökologische Durchgängigkeit hatte und wie heute insbesondere die Aktivitäten des Bibers die natürliche Gewässerentwicklung fördern. Mit seinen Dämmen, Uferabbrüchen und neu entstehenden Feuchtbereichen schafft der Biber wertvolle Lebensräume für Amphibien, Insekten, Fische und Vögel.

Biber-Aktivitäten. Foto: Verein

Eisvogel, Biber und viele weitere Tierarten zeigen, wie wertvoll intakte Gewässer und Gewässerrandstreifen für die biologische Vielfalt sind. Foto: Michi
3. Wasserfall Detzeln, Freischwimmbad und Krebssperre
Naturschutz praktisch umgesetzt
Der Wasserfall bei Detzeln verbindet Naturgeschichte mit modernem Artenschutz. Die Teilnehmer erfuhren, weshalb Krebssperren eine wichtige Rolle beim Schutz des heimischen Edelkrebses spielen und wie invasive Krebsarten ferngehalten werden können.

Sommerschwimmbad und Krebssperre. Foto: Verein
4. Steinbruch PWD – Natur entwickelt Zukunft
Renaturierung als Chance
Der renaturierte Krebsbach im Steinbruch zeigt eindrucksvoll, wie aus ehemaligen Abbauflächen wertvolle Lebensräume entstehen können. Offenbodenbereiche, Rohböden, Felswände, Kleingewässer und sonnige Böschungen bieten heute zahlreichen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten ideale Bedingungen.
KLIMENZ erläuterte gemeinsam mit den FÖJlern, wie Unternehmen, Naturschutz und Umweltbildung gemeinsam Verantwortung übernehmen und ehemalige Industriestandorte zu ökologisch wertvollen Lebensräumen entwickeln können.

Aus ehemaligem Rohstoffabbau entsteht Schritt für Schritt ein neuer Lebensraum im neuen Bachbett für seltene Arten. Foto: Verein
5. Artenvielfalt erleben – Panorama über das idyllische Steinatal
Mit offenen Augen die Natur entdecken
Der Panoramaweg von Raßbach nach Detzeln mit Blick über das idyllische untere Steinatal bietet ideale Voraussetzungen, um Natur und Artenvielfalt in der Landschaft bewusst zu erleben.
Mit offenen Augen lassen sich vielfältige Lebensräume und Biotopverbunde sowie heimische Tier- und Pflanzenarten entdecken. Hier wird sichtbar, wie wertvoll der Erhalt dieser einzigartigen Kulturlandschaft für den Natur- und Artenschutz ist.

Das Steinatal begeistert mit einer außergewöhnlichen Artenvielfalt und einzigartigen Naturerlebnissen.
6. FFH-Gebiet Fockeltengraben mit Abenteuer-Lernteich
Zukunft gemeinsam gestalten
Im geschützten FFH-Gebiet Fockeltengraben erlebten die FÖJler, wie Umweltbildung und Naturerlebnistage ineinandergreifen.
Die Teilnehmer erfuhren außerdem, wie langfristige Datenerhebungen zu Gewässertemperatur, Wasserständen und Artenvorkommen helfen, Naturschutzmaßnahmen kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Willi Jäger von der Stoll VITA Stiftung justiert den Wassertrenner, damit frisches Wasser sowohl in den Teich gelangt, als auch als Restwasser im Fockeltenbach bleibt – so wie es die Fachbehörde vorschreibt. Foto: Verein

Neben der Umsetzung weiterer Pflanzmaßnahmen pflanzten die drei Freiwilligen rund 100 bewurzelte Weidenstecklinge entlang des Gewässerrandstreifens. Die jungen Weiden werden künftig die Ufer stabilisieren, Schatten spenden, die Erwärmung des Wassers reduzieren und zahlreichen Tierarten neue Lebensräume bieten. Jede Pflanze am richtigen Standort stärkt dauerhaft die biologische Vielfalt. Foto: Verein

Im Dschungel des FFH-Gebiets standen praktische Arbeiten im Mittelpunkt. Die FÖJler verpflanzten Rohrkolben aus einem schattigen Bachabschnitt in das sonnige Lernbiotop. Dort finden die lichtliebenden Pflanzen künftig ideale Bedingungen und schaffen neue Lebensräume für Libellen, Amphibien sowie zahlreiche Wasserinsekten. Foto: Verein

Beim Arbeitseinsatz der fleißigen Helfer vom 3-köpfigen Stoll VITA Team und dem KLIMENZ-FÖJler werden Naturmaterialen zur Auswechslung der morschen Zäune für den Abenteuerlernteich bereitgelegt. Foto: Verein

Der Abenteuer-Lernteich von KLIMENZ erfreut sich größter Beliebtheit bei Schulklassen und Jugendgruppen.- Foto: Vinzens Berger

Der seltene Edelkrebs ist ein wertvoller Bioindikator für naturnahe, saubere und strukturreiche Gewässer und steht damit stellvertretend für eine hohe ökologische Qualität sowie den Schutz der biologischen Vielfalt. Foto: Verein
7. Grünes Klassenzimmer – gemeinsamer Ausklang
Lernen, austauschen und Zukunft gestalten
Den Abschluss bildete das Grüne Klassenzimmer von KLIMENZ. Hier wurden die Eindrücke der Steinatal-Safari gemeinsam reflektiert. Die drei FÖJler bereiteten aus frischem Gemüse ein gemeinsames Mittagessen zu, tauschten Erfahrungen aus und diskutierten über Biodiversität, Gewässerschutz, Klimaanpassung und die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements.
Dabei wurde deutlich: Nachhaltigkeit beginnt nicht erst mit großen Projekten. Sie entsteht überall dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, gemeinsam handeln und ihre Begeisterung für die Natur weitergeben.
Die Steinatal-Safari endete mit vielen neuen Erkenntnissen, wertvollen Begegnungen und der gemeinsamen Motivation, sich auch künftig aktiv für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz einzusetzen.

Das Team der Stoll VITA Stiftung vor dem KLIMENZ-Vereinsheim. Foto: Alexander Teufel
Gemeinsam Zukunft gestalten
Die Steinatal-Safari zeigte eindrucksvoll, wie spannend Natur sein kann, wenn Wissen, praktische Erfahrungen und gemeinsames Engagement zusammenkommen. Die Kooperation zwischen der Stoll VITA Stiftung und KLIMENZ macht deutlich, welchen wertvollen Beitrag junge Menschen im Freiwilligen Ökologischen Jahr für den Schutz unserer heimischen Biodiversität leisten.
Genau diese Verbindung aus Erleben, Mitmachen und Mitgestalten ist das Herzstück der Bildungsarbeit von KLIMENZ. Denn jede gepflanzte Weide, jede gepflegte Uferzone und jede neu gewonnene Erkenntnis ist ein weiterer Schritt hin zu einer klimaresilienten, artenreichen und lebenswerten Zukunft mit Tierbeobachtungen. Mit etwas Geduld konnten Fuchs, Mäusebussard, quicklebendige Fische, pfeilschneller Eisvogel, zahlreiche Libellen, Schmetterlinge, Käfer sowie Karpfen und Edelkrebse beobachtet werden.
Jede Sichtung machte deutlich, wie eng Artenvielfalt und intakte Lebensräume miteinander verbunden sind. Genau diese Zusammenhänge stehen im Mittelpunkt der Bildungsarbeit von KLIMENZ.
Mit freundlicher Unterstützung.

Danke.

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