

Hitze, Trockenheit, ausbleibende Niederschläge und zeitweise trockenfallende Bäche machen die Folgen des Klimawandels auch in unserer Region zunehmend sichtbar.
Mit der Steinatal-Safari schafft KLIMENZ – Erlebbare Umweltbildung e.V. ein außergewöhnliches Bildungsangebot, das Naturerlebnis, Wissenschaft und aktives Mitmachen miteinander verbindet. Kinder, Jugendliche, Familien, Schulklassen und interessierte Erwachsene erleben an authentischen Lernorten, wie sich Hitze und Trockenheit auf unsere heimischen Lebensräume auswirken und welche naturbasierten Lösungen unsere Landschaft widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels machen können.
Im FFH-Gebiet bei Detzeln befindet sich mit dem Abenteuer-Lernteich Fockelten das Herzstück der Steinatal-Safari. KLIMENZ hat hier einen außergewöhnlichen außerschulischen Lernort entwickelt, an dem Klimafolgenanpassung unmittelbar erlebbar wird.
Der Lernteich wird zum Freilandlabor. Die Teilnehmenden entdecken wertvolle Lebensräume, untersuchen Wasserstände, Wassertemperaturen und Wasserqualität und lernen die Zusammenhänge zwischen Klima, Wasser und biologischer Vielfalt kennen. Amphibien, Libellen, Wasserinsekten und Edelkrebse werden beobachtet und als wichtige Zeigerarten intakter Gewässer vorgestellt.
Moderne Umweltbildung verbindet hier Naturbeobachtung mit digitalen Medien. Wildtierkamera, Temperaturlogger sowie interaktive Mitmachangebote machen ökologische Zusammenhänge verständlich und wecken Begeisterung für Natur und Umwelt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf naturbasierten Maßnahmen der Klimafolgenanpassung. Die Besucherinnen und Besucher erfahren, wie Beschattung von Gewässern, Wiedervernässungen, Gewässerrandstreifen, Biotopverbünde und Schwammlandschaften dazu beitragen können, Wasser länger in der Landschaft zu halten und wertvolle Lebensräume dauerhaft zu sichern.

KLIMENZ-Mitglied: “Im Steinatal ist es schlimmer als in Afrika – in Kenia regnet es mehr als hier.“ Foto: KLIMENZ

Schattenspendendes Sonnensegel kühlt Wasser im “Abenteuer-Lernteich” im Fockeltengraben bei Detzeln. Foto: KLIMENZ
Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Entwicklung an der Steinaversickerung im Unteren Steinatal. Während der Bachabschnitt früher zeitweise auch im Sommer Wasser führte, fällt er heute während längerer Trockenperioden über längere Zeiträume trocken.
Wo einst fließendes Wasser Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten prägte, bestimmt heute zunehmend die Trockenheit das Bild. Über längere Zeiträume präsentiert sich der Bachabschnitt nahezu wie ein ausgetrocknetes Wadi – ein ungewöhnlicher Anblick mitten im Südschwarzwald.
Mit jedem trockenen Sommer geraten Gewässer, Feuchtbiotope und ganze Nahrungsketten stärker unter Druck. Amphibien, Wasserinsekten, Fische und zahlreiche weitere Arten verlieren wertvolle Lebensräume. Gleichzeitig nimmt die Fähigkeit der Landschaft ab, Wasser zurückzuhalten – mit spürbaren Folgen für die Biodiversität, die Landwirtschaft und den regionalen Wasserhaushalt.
Wenn Bäche verschwinden, verschwindet nicht einfach nur Wasser. Es verändern sich Lebensräume, Landschaften und ökologische Zusammenhänge. Genau hier beginnt die Herausforderung: Wie können wir Wasser länger in der Landschaft halten und unsere Natur widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit machen?

Wasserfall ohne Wasser:
Am sogenannten Teufelsloch unterhalb der Steina-Versickerung fällt das Bachbett bei Niedrigwasser trocken. Archivfoto: Vanessa Kasseckert
Besonders eindrücklich beschreibt diese Entwicklung das langjährige KLIMENZ-Mitglied Agnes Wahome, die in Nairobi (Kenia) geboren wurde. Nach einer gemeinsamen Exkursion ins Steinatal sagte sie:
Diese Beobachtung veranschaulicht eindrucksvoll, wie ungewöhnlich die aktuelle Trockenheit von einer Person wahrgenommen wird, die in Nairobi aufgewachsen ist.

Verbrannte Wiesen am Fockeltenweg bei Detzeln Foto: KLIMENZ
KLIMENZ beobachtet diese Entwicklung seit vielen Jahren. Mit dem Projekt „Biodiversitätsorientierte Schwammlandschaft Unteres Steinatal“ setzt sich der Verein für einen verbesserten Regenwasserrückhalt, Wiedervernässungen, die Wiederherstellung von Gewässerrandstreifen, die Beschattung von Gewässern sowie die Vernetzung wertvoller Lebensräume ein.
Ziel ist es, Niederschläge möglichst lange in der Landschaft zu speichern, den Wasserhaushalt zu stabilisieren, die biologische Vielfalt zu fördern und die Widerstandsfähigkeit unserer Heimat gegenüber den Folgen des Klimawandels nachhaltig zu stärken.
Die Steina bei Detzeln steht beispielhaft für die Veränderungen im Umgang mit unseren Gewässern. Auf der Steinatal-Safari betrachten wir die Entwicklung nicht nur aus heutiger Sicht, sondern fragen: Was wurde geplant? Was wurde gebaut? Was hat es gekostet? Welche Ziele wurden verfolgt – und warum wurde später wieder zurückgebaut?
Nach Angaben des Landesfischereiverbands Baden-Württemberg wurde an der Steina bei Detzeln eine Fischtreppe errichtet. Der Verband berichtet rückblickend von einer Investition von 80.000 Euro und davon, dass die Anlage später im Zusammenhang mit Ausgleichsmaßnahmen 2021 wieder abgerissen worden sei.
Rückbau – eine Maßnahme mit Diskussionspotential
SÜDKURIER berichtete über das Wehr und schrieb ausdrücklich, dass die Steina ohne Hindernisse fließen solle und „das alte, nutzlose Wehr jetzt weg“ müsse.
Ein Querbauwerk kann die ökologische Durchgängigkeit eines Gewässers beeinträchtigen. Eine Fischaufstiegshilfe kann diese Barriere teilweise oder vollständig überwinden helfen. Gleichzeitig können Stau- und Rückstaubereiche weitere ökologische Funktionen besitzen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht allein:
„Wehr oder Fischtreppe?“
Sondern:
Welche Lösung bietet unter den konkreten örtlichen Bedingungen den größten ökologischen Gesamtnutzen – für Fische, Kleinstlebewesen, Amphibien, Biber, Gewässerrandstreifen, Wasserhaushalt und Mikroklima?
Genau diese Zusammenhänge macht KLIMENZ auf der Steinatal-Safari erlebbar.
Bericht im SÜDKURIER:

September 2020: funktionsfähige Fischtreppe im Schatten des Auenwaldes
Foto: Monitoringgruppe Steina-Fischereipächter

September 2020: Querbau und Fischtreppe an der Steina bei Detzeln.
Die Aufnahmen dokumentieren den damaligen Zustand des Gewässerabschnitts. KLIMENZ setzt sich heute für naturnahe Gewässerrandstreifen und einen verbesserten Wasserrückhalt in der Landschaft ein. Foto: Monitoringgruppe Steina-Fischereipächter
September 2020: Querbau und Fischtreppe an der Steina bei Detzeln.
Die Aufnahmen dokumentieren Eingriffe in den damaligen guten Zustand des Gewässerabschnitts. KLIMENZ setzt sich heute für naturnahe Gewässerrandstreifen, einen verbesserten Wasserrückhalt in der Landschaft und Wiedergutmachungen durch Renaturierungen ein. Foto: Monitoringgruppe Steina-Fischereipächter

August 2026: Safari-Teilnehmer entdecken Fischschwärme von Döbeln
(wo früher Forellen standen) und einen Eisvogel – in der prallen Sonne und ausgetrockneten kleiner werdenden Wiesen. Foto: KLIMENZ

Der Deutsche Angelfischerverband e.V. (DAFV) besteht aus 25 Landes- und Spezialverbänden mit ca. 9.000 Vereinen, in denen mehr als 500.000 Mitglieder organisiert sind. Der DAFV mit Sitz in Berlin ist der Dachverband der Angelfischer in Deutschland. Er ist gemeinnützig und anerkannter Naturschutz- und Umweltverband.

August 2026: Hitze- und Dürrestress auch im Maisfeld bei Detzeln Foto: KLIMENZ
Die Steinatal-Safari zeigt nicht nur die Herausforderungen unserer Zeit, sondern vor allem konkrete und praxiserprobte Lösungsansätze. Die Natur selbst liefert viele Antworten darauf, wie Landschaften widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Trockenheit und Starkregen werden können.
Während der Exkursion erleben die Teilnehmenden unmittelbar,

Wasserfall am Wehr bei Detzeln Foto: KLIMENZ
Während sich warmes Wasser für Menschen im Sommer angenehm anfühlen kann, nutzen Kinder und Familien das Wehr gerne zur Freizeitgestaltung am Wasser.
Für temperaturempfindliche Fischarten können erhöhte Wassertemperaturen während Hitze- und Dürreperioden dagegen erheblichen Stress bedeuten.

Ausgewertungen vom Landesfischereiverband BW zeigen bereits 2021, dass die Temperatur die für das Überleben von Forellen überschritte Grenze von 20 Grad überschritten hat. Grafik: LFVBW
Mit steigender Wassertemperatur verändert sich das sensible Gleichgewicht im Gewässer. Warmes Wasser kann weniger Sauerstoff aufnehmen – gleichzeitig können geringe Wasserführung und verstärktes Algenwachstum die Belastung weiter erhöhen. Für temperaturempfindliche Wasserorganismen wird der Lebensraum damit zunehmend zum Stressfaktor.
Betroffen sind unter anderem Fische und die im Gewässer vorkommenden Krebse. Besonders deutlich zeigt sich die Belastung bei der Bachforelle, die auf kühle, sauerstoffreiche Gewässer angewiesen ist.
Wissenschaftlich ausgewertete Wassertemperaturmessungen des Landesfischereiverbands zeigen bereits für 2021: Die Wassertemperatur überschritt zeitweise 20 °C – eine für Forellen kritische Temperaturgrenze. Die Messdaten machen damit sichtbar, wie sich die Folgen zunehmender Hitze unmittelbar auf den Lebensraum Gewässer auswirken können.
An heißen Tagen wird der Wald zur natürlichen Klimaanlage. Schatten, feuchte Böden und die Verdunstung von Wasser über Pflanzen sorgen für ein angenehmes Mikroklima. Die Steinatal-Safari verbindet Naturerlebnis mit gesundem Wandern, Ruhe und Erholung – und zeigt zugleich, warum intakte Wälder für Klimaschutz und Klimaanpassung unverzichtbar sind.

Wald als natürliche Schwammfunktion: Wasserspeicher für Natur, Landschaft und Menschen Archivfoto: KLIMENZ
Die Steinatal-Safari macht Entwicklungen nicht nur sichtbar. Sie zeigt auch, dass Klimafolgenanpassung bereits heute beginnt – dort, wo Wasser verschwindet, Lebensräume unter Druck geraten und Menschen gemeinsam Verantwortung für Natur und Landschaft übernehmen. Klimafolgenanpassung wird dadurch nicht abstrakt erklärt, sondern unmittelbar sichtbar, verständlich und erlebbar.

Bürgerinnen und Bürger aus Waldshut-Tiengen und Umgebung, Familien mit Schulkindern, Natur-, Umwelt- und Klimaschützer sowie Naturfotografen.
Sonntag, 30. August 2026
Weitere individuelle Termine sind auf Anfrage gerne möglich – beispielsweise für Familien, Freundeskreise oder kleinere Gruppen.
15 € pro Teilnehmer
Spenden zur Unterstützung unserer Umweltbildungsarbeit sind herzlich willkommen.
Die Veranstaltung wird durch das KLIMENZ-Team begleitet.
Kleingruppen:
Einzelanmeldungen: 3–16 Teilnehmer
Gruppen- und Klassenfahrten: ab 17 Teilnehmer, Sonderpreis auf Anfrage.
Je nach Gruppengröße stehen unterschiedliche Fahrzeuge zur Verfügung:
Bitte achte auf wettergerechte und zweckmäßige Kleidung, Sonnenschutz, eine lange Hose sowie bequeme Wanderschuhe mit gutem Profil.
Bei sommerlicher Hitze und längeren Trockenperioden empfehlen wir, ausreichend Getränke mitzunehmen.
Die Veranstaltung findet grundsätzlich bei jedem Wetter statt – ausgenommen bei Gewitter oder wenn eine Durchführung aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist.
Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr. Bei minderjährigen Teilnehmern liegt die Verantwortung bei den jeweiligen Erziehungsberechtigten.
Während der Veranstaltung können Fotoaufnahmen entstehen. Mit der Teilnahme erklären sich die Teilnehmer bzw. bei Minderjährigen deren Erziehungsberechtigte damit einverstanden, dass diese Aufnahmen ausschließlich für die Öffentlichkeitsarbeit von KLIMENZ verwendet werden.