Wenn der Bach versiegt, kehrt der Biber an den Teich zurück

wasserbewahrend. klimaresilient. landschaftsgestaltend.

Klimakrise verändert das FFH-Gebiet Fockeltengraben

Die anhaltende Hitzewelle und die außergewöhnliche Trockenheit machen auch vor den wertvollsten Naturräumen nicht halt. Im FFH-geschützten Fockeltengraben im Steinatal bei Detzeln schüttet das Quellgebiet derzeit nur noch sehr geringe Wassermengen. Der Fockeltenbach ist auf längeren Abschnitten trocken gefallen – …ein deutliches Warnsignal für die zunehmenden Auswirkungen lang anhaltender Hitze- und Trockenperioden infolge der Klimakrise.

KLIMENZ-Expertenteam an der unteren Steina.          Archvifoto: Verein

Der Biber – ein Ökoingenieur der Natur

Kaum ein anderes Wildtier erhöht die Wasserspeicherung in der Landschaft, verlangsamt den Wasserabfluss, verbessert den natürlichen Wasserrückhalt. Mit Dämmen, Burgen und angestauten Gewässern schafft er neue Feuchtbiotope, erhöht die Wasserspeicherung in der Landschaft, verbessert den natürlichen Wasserrückhalt und schafft Lebensräume für Amphibien, Libellen, Fische, Vögel und zahlreiche weitere Tierarten. Gerade in Zeiten zunehmender Trockenheit können Biberreviere einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung leisten.

KLIMENZ-Maskottchen “Bibi” und 1. Vorsitzender Jörg Kasseckert im FFH-Naturschutzgebiet Fockeltengraben im Steinatal bei Detzeln.                                                                                                  Archivfoto: Verein

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten

So wertvoll der Biber für die Artenvielfalt ist, können seine Aktivitäten lokal auch Nutzungskonflikte verursachen.

Vorteile

  • natürliche Wasserrückhaltung
  • neue Feuchtbiotope
  • Förderung der Biodiversität
  • Kühlung von Gewässern
  • wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung
  • spannender Botschafter für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Herausforderungen

  • gefällte Bäume
  • Vernässung einzelner Flächen
  • Schäden an Wegen oder Uferbereichen
  • Konflikte mit Land- und Forstwirtschaft
  • regelmäßiger Kontroll- und Pflegebedarf
  • Beeinträchtigung einzelner Infrastrukturen (z. B. Durchlässe, Dämme oder Gräben).
    .

Gerade deshalb setzt KLIMENZ auf einen sachlichen und lösungsorientierten Umgang mit dem streng geschützten Wildtier.

Bibermanagement: Schützen statt streiten

Ein modernes Bibermanagement bedeutet weder uneingeschränkte Eingriffe noch ein völliges Nichtstun. Vielmehr geht es darum, Konflikte frühzeitig zu erkennen und praktikable Lösungen zu entwickeln, damit sowohl Natur als auch Mensch profitieren können.

KLIMENZ-Beisitzer Markus Jäger engagiert sich als ehrenamtlicher Biberbeauftragter für ein ausgewogenes Miteinander von Natur- und Artenschutz.
Gemeinsam mit den zuständigen Fachbehörden beobachtet er die Entwicklung der Biberreviere, dokumentiert Veränderungen, bewertet mögliche Konfliktsituationen und unterstützt bei geeigneten Schutzmaßnahmen. Ziel ist stets ein ausgewogenes Miteinander von Arten-, Gewässer- und Landschaftsschutz sowie den berechtigten Interessen der betroffenen Grundstückseigentümer und Nutzenden. Dieses kooperative Bibermanagement hat sich in Baden-Württemberg vielerorts als sinnvoller Weg etabliert.

Klimakrise macht Wasser zum kostbarsten Gut

Die aktuelle Situation im Fockeltengraben zeigt eindrucksvoll, dass Wasser künftig noch stärker zum entscheidenden Faktor für den Erhalt unserer Biodiversität wird. Naturnahe Teiche, Feuchtgebiete und strukturreiche Landschaften gewinnen zunehmend an Bedeutung, um Trockenphasen abzufedern, um Trockenphasen abzufedern, Wasser länger in der Landschaft zu halten und wertvolle Lebensräume dauerhaft zu sichern.

Mit seinem Projekt der „Biodiversitätsorientierten Schwammlandschaft Unteres Steinatal“ verfolgt KLIMENZ genau dieses Ziel: Wasser länger in der Landschaft halten, Lebensräume vernetzen und gleichzeitig Menschen für Natur-, Arten- und Klimaschutz begeistern. Umweltbildung, wissenschaftliches Monitoring und praktischer Naturschutz greifen dabei unmittelbar ineinander.

Fazit:

Die beiden Biber an den Fockelten sind weit mehr als eine faszinierende Tierbeobachtung. Sie stehen sinnbildlich für die tiefgreifenden Veränderungen unserer Landschaft durch den Klimawandel und zeigen zugleich, wie wichtig intakte Feuchtlebensräume für den Erhalt der biologischen Vielfalt sind. Mit Monitoring, praktischen Naturschutzmaßnahmen und Umweltbildung begleitet KLIMENZ diese Entwicklung aktiv und setzt sich dafür ein, Wasser als Lebensgrundlage dauerhaft in der Landschaft zu bewahren.

.

Möchtest du mehr über KLIMENZ erfahren, an Workshops und Veranstaltungen teilnehmen und Umweltbildung aktiv erleben? Dann bist du bei uns genau richtig.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – wichtig sind Interesse, Offenheit und Freude am Mitwirken. Gemeinsam gestalten wir nachhaltige Entwicklung und setzen uns aktiv für Natur- und Klimaschutz ein.

E-Mail:  info@klimenz.de
Telefon:  +49 (0)152 3898 3137
Website:  www.klimenz.de

Verein(t) für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz