Was macht ein FÖJ-ler bei KLIMENZ?

neugierig · tatkräftig · naturverbunden

Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) bei KLIMENZ bedeutet:
Natur erleben, Umwelt verstehen, praktische Erfahrungen sammeln und gemeinsam etwas bewegen.

Bei Erlebbare Umweltbildung e.V. ist das FÖJ eng mit praktischer Umweltbildung, Natur- und Artenschutz sowie der Arbeit im Grünen Klassenzimmer verbunden. Dabei geht es nicht nur darum, zuzuschauen, sondern sich im Rahmen der übertragenen Aufgaben aktiv einzubringen, Neues zu lernen und Verantwortung für die eigenen Aufgaben zu übernehmen.                                                                        Foto: KLIMENZ

Lernen durch praktische Erfahrung

Ein FÖJ bei KLIMENZ verbindet praktische Arbeit mit ökologischer Bildung. Die Einsatzbereiche sind vielfältig: vom Lernbiotop über Gewässerbeobachtungen und Artenschutz bis hin zu Umweltbildungsangeboten für Kinder, Jugendliche und Familien.

Dabei steht immer das Lernen im Mittelpunkt.

Der FÖJ-ler erhält Einblicke in ökologische Zusammenhänge, lernt praktische Methoden kennen und kann eigene Ideen entwickeln und umsetzen – jeweils im Rahmen der vereinbarten Aufgaben, der fachlichen Begleitung und der geltenden Vorgaben.

Ein Beispiel ist das Bücherregal im Grünen Klassenzimmer. Es entstand nach einer eigenen Idee des KLIMENZ-FÖJ-lers und wurde von ihm geplant und gebaut.                                                                Foto: KLIMENZ

Wasser beobachten und dokumentieren

Auch die Beobachtung von Gewässern gehört zu den praktischen Tätigkeiten.

Wassertemperatur, Wasserstand, Niederschlag und weitere Messwerte können regelmäßig erfasst und dokumentiert werden. Solche Beobachtungen helfen dabei, Veränderungen wahrzunehmen und Entwicklungen über einen längeren Zeitraum nachvollziehbar zu machen.

Dabei gilt ein wichtiger Grundsatz:

Beobachten und dokumentieren – nicht vorschnell bewerten.

Messwerte und Beobachtungen sind zunächst Sachinformationen. Eine fachliche oder rechtliche Bewertung erfolgt durch die jeweils zuständigen und fachlich befugten Stellen.

KLIMENZ-Mitglied Markus Jäger und FÖJ-ler Alexander bei der Erfassung und Besprechung chemischer und physikalischer Messwerte mit dem Wasseranalysekoffer des LFVBW.                             Foto: KLIMENZ

Pflege des Lernbiotops

Praktische Arbeiten gehören ebenfalls zum FÖJ.

Dazu zählen beispielsweise Pflegearbeiten am Lernbiotop, die Beobachtung von Pflanzen und Tieren sowie Arbeiten zur Erhaltung geeigneter Lebensbedingungen für verschiedene Arten.

Auch die Entschlammung des Lernbiotops ist eine solche praktische Tätigkeit. Dabei geht es nicht darum, mit einzelnen Maßnahmen bereits einen bestimmten ökologischen Erfolg zu behaupten. Vielmehr sollen geeignete Strukturen erhalten und die Voraussetzungen für eine vielfältige Natur geschaffen werden.

FÖJ-ler Alexander bei der Pflege und Entschlammung des Lernbiotops zur Erhaltung geeigneter Lebensbedingungen für Amphibien und weitere wassergebundene Arten.                                            Foto: KLIMENZ

Temperaturen, Wasserstände und Niederschlag

Um Veränderungen besser nachvollziehen zu können, werden verschiedene Umweltdaten dokumentiert.

Dazu gehören beispielsweise Wassertemperaturen, Pegelstände und Niederschlagsmengen.

Die erhobenen Daten können – soweit dies fachlich vorgesehen und vereinbart ist – für Beobachtungen und Auswertungen herangezogen werden.

FÖJ-ler Alexander bei der Montage von Wassertemperaturloggern vom LFVBW zwecks Monitoring der Gewässertemperaturen plus Dokumentation von Pegelständen und Niederschlagsmengen.     Foto: KLIMENZ

Arbeiten im Fockeltengraben

Auch praktische Arbeiten in der Natur gehören zum FÖJ.

Bei Arbeiten in Schutzgebieten gelten die jeweils einschlägigen gesetzlichen und naturschutzrechtlichen Vorgaben. Maßnahmen werden deshalb nicht allein aufgrund eigener Einschätzungen durchgeführt, sondern entsprechend der jeweiligen Zuständigkeiten, Absprachen und fachlichen Vorgaben.

FÖJ-Teilnehmende der Stoll VITA Stiftung und von KLIMENZ setzten Rohrkolben aus einem schattigen Bachabschnitt in das sonnige Lernbiotop um. Mit der Maßnahme sollen geeignete Standortbedingungen für die Pflanzen geschaffen und strukturreiche Lebensräume für verschiedene wassergebundene Arten gefördert werden.   Foto: KLIMENZ

Gemeinsam Natur erleben

Mit der KLIMENZ-Schulpartnerschaft mit der CHR-Schule in Tiengen wird nach der großen Hitze- und Dürreperiode des Sommers das schattenspendende Sonnensegel vom Fockeltenteich eingeholt. Schülerinnen und Schüler, FSJ-ler Julius und FÖJ-ler Alexander helfen gemeinsam.

Für die Kinder wird daraus mehr als eine praktische Aufgabe: Sie erleben unmittelbar, dass ein außerschulischer BNE-Lernort Pflege, gemeinsames Handeln und Verantwortung braucht.

Auch die Bach- und Gewässerpatenschaften von KLIMENZ verbinden praktisches Lernen mit Naturerlebnis. Die Kinder beobachten Gewässer, lernen Tiere und Pflanzen kennen und erfahren, welche Auswirkungen Hitze und Trockenheit auf Lebensräume haben.

Der Sommer 2026 hat dies besonders deutlich gemacht: Fische und Edelkrebse waren durch hohe Temperaturen, Niedrigwasser und damit verbundene Belastungen erheblich gefordert. Umso wichtiger ist es, Kindern solche Zusammenhänge nicht nur zu erklären, sondern sie draußen selbst erleben zu lassen.

Natur erleben. Zusammen anpacken. Verantwortung übernehmen.

Gemeinsam anpacken statt nur zuschauen: Schülerinnen und Schüler der CHR-Schule, FSJ-ler Julius und FÖJ-ler Alexander holen gemeinsam das schattenspendende Sonnensegel ein – BNE, Teamarbeit und Naturerlebnis praktisch verbunden.                                  Foto: KLIMENZ

Was macht der Tierfinder?

Ein weiterer Bereich der Umweltbildungs- und Naturschutzarbeit ist die Beobachtung von Tieren und die Dokumentation besonderer Vorkommnisse.

Dazu kann beispielsweise gehören, ein verletztes oder verendetes Tier zu dokumentieren, einen ungewöhnlichen Fund festzuhalten oder eine Beobachtung an die zuständige Stelle weiterzugeben.

Das gilt beispielsweise auch bei einem möglichen Fischsterben in einem Gewässer oder bei Beobachtungen, bei denen ein Verstoß gegen naturschutzrechtliche oder artenschutzrechtliche Vorschriften nicht ausgeschlossen werden kann.

Dabei gilt für KLIMENZ ein klarer Grundsatz:

Nicht spekulieren.
Nicht die Ursache behaupten.
Nicht einen Verantwortlichen benennen.
Nicht vorschnell bewerten.

Stattdessen:

Wir beobachten.
Wir dokumentieren.
Wir melden.
Die zuständige Behörde prüft.

Der FÖJ-ler handelt dabei nicht als Amtsträger, Sachverständiger oder behördlicher Kontrolleur. Er nimmt eigene Beobachtungen wahr, dokumentiert Sachverhalte im Rahmen seiner Aufgaben und gibt diese – soweit erforderlich – an die dafür zuständigen Stellen weiter.

Die fachliche und rechtliche Bewertung eines Sachverhalts obliegt den jeweils zuständigen Behörden oder sonstigen hierfür fachlich verantwortlichen Stellen.

Damit trägt das FÖJ auch dazu bei, Aufmerksamkeit für Natur- und Artenschutz zu schaffen, ohne Zuständigkeiten vorwegzunehmen oder ungeprüfte Vermutungen als Tatsachen darzustellen.

Der FÖJ-ler Alexander dokumentiert den Fund eines verendeten Fuchses. Die zuständige Jagdpächterin wurde vorab über den Fund informiert und einbezogen.                                                        Foto: KLIMENZ

Von der Beobachtung zur Information

Aus Beobachtungen oder Projekten können nach sachlicher Prüfung und vereinsinterner Freigabe Beiträge für die KLIMENZ-Website oder soziale Medien wie z.B. Instagram entstehen.

Gerade bei möglichen Rechtsverstößen, personenbezogenen Informationen, sensiblen Fundorten oder ungeklärten Ursachen gelten besondere Anforderungen. Erst geprüfte und zur Veröffentlichung freigegebene Informationen werden öffentlich.

Transparenz statt Spekulation.
Sachlichkeit statt Vorverurteilung.

Eigeninitiative ist ausdrücklich erwünscht

Ein FÖJ besteht nicht nur aus vorgegebenen Tätigkeiten. Eigene Ideen, praktische Lösungen und Projekte sind willkommen. Dabei lernt der FÖJ-ler, dass Eigeninitiative immer mit Verantwortung, Zuständigkeiten, Sicherheitsanforderungen, gesetzlichen Vorgaben und Absprachen verbunden ist.

Der Lernprozess lautet:

Ideen entwickeln – Verantwortung übernehmen – Rücksprache halten – umsetzen – Erfahrungen sammeln.

25 Bildungstage gehören dazu

Zum FÖJ gehören auch die gesetzlich vorgesehenen Bildungstage und Seminare. Sie ermöglichen fachliche und persönliche Weiterentwicklung, den Austausch mit anderen FÖJ-Teilnehmenden und neue Perspektiven.

Das FÖJ bei KLIMENZ verbindet damit:

  • praktische Arbeit in der Natur,
  • Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung,
  • Beobachtung und Dokumentation,
  • Arten- und Biotopschutz,
  • Mitarbeit im Grünen Klassenzimmer,
  • eigene Projekte und Ideen,
  • Zusammenarbeit mit Fachstellen und Behörden sowie
  • persönliche und fachliche Weiterentwicklung.

Verantwortung übernehmen – Zuständigkeiten beachten

Ein FÖJ bietet die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen. Es ersetzt jedoch weder behördliche Zuständigkeiten noch fachliche Begutachtungen oder Entscheidungen des Vereinsvorstands.

Gerade im Natur- und Artenschutz gilt:

Erst Zuständigkeit und Rechtsgrundlage klären – dann handeln.

Das entspricht dem Selbstverständnis von KLIMENZ:

Klarheit statt Unklarheit.
Verantwortung statt Schuldzuweisung.
Transparenz statt Spekulation.

Ein Jahr, das bleibt

Ein FÖJ bei KLIMENZ ist ein Jahr voller praktischer Erfahrungen. Man arbeitet draußen, lernt Tiere und Pflanzen kennen, beobachtet Veränderungen in der Natur, unterstützt Umweltbildungsangebote und entwickelt eigene Ideen.

Vor allem aber lernt man, wie Naturschutz und Umweltbildung in der Praxis funktionieren:

sehen – verstehen – dokumentieren – gemeinsam handeln.

Die jungen Freiwilligen bringen dabei kreativen Schwung, neue Ideen, eigene Erfahrungen und einen selbstverständlichen Umgang mit sozialen Medien wie Instagram und Facebook mit. Auch der Einsatz von KI und Apps – insbesondere für moderne Umweltbildung – eröffnet neue Möglichkeiten, Gleichaltrige anzusprechen und für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz zu begeistern.

Begleitet, geschult und motiviert werden die FÖJ-ler von der Diakonie Württemberg, die damit einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des FÖJ leistet.

Nach unserer Wahrnehmung wurde die Arbeit von KLIMENZ im Bereich zeitgemäßer Umweltbildung dabei ausdrücklich positiv hervorgehoben.“

Bei der Einsatzstellenleiterkonferenz in Bad Boll am 24.02.2026 und Vor-Ort-Besuchen der Diakonie wurde nach unserer Wahrnehmung die Arbeit von KLIMENZ im Bereich zeitgemäßer Umweltbildung dabei ausdrücklich positiv hervorgehoben.

Unser besonderer Dank gilt den engagierten Diakonie-Verantwortlichen Barbara Unruh und Stephan Gehrlich für ihre hervorragende Begleitung der jungen Freiwilligen. Ebenso danken wir der Diakonie für die großzügige finanzielle Unterstützung unseres gemeinnützigen und ehrenamtlich getragenen Vereins.

So entsteht eine besondere Verbindung: Junge Menschen bringen neue Perspektiven und Ideen ein, KLIMENZ bietet praktische Erfahrungen und vielfältige Möglichkeiten, Verantwortung zu übernehmen.

Fazit

Ein FÖJ ist für alle Beteiligten eine wertvolle Erfahrung und eine echte Win-Win-Situation.

Und vielleicht bleibt am Ende nicht nur ein Jahr bei KLIMENZ, sondern auch die Erkenntnis:

Natur-, Umwelt- und Klimaschutz beginnt dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Möchtest du mehr über KLIMENZ erfahren, an Workshops und Veranstaltungen teilnehmen und Umweltbildung aktiv erleben? Dann bist du bei uns genau richtig.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – wichtig sind Interesse, Offenheit und Freude am Mitwirken. Gemeinsam gestalten wir nachhaltige Entwicklung und setzen uns aktiv für Natur- und Klimaschutz ein.

E-Mail:  info@klimenz.de
Telefon:  +49 (0)152 3898 3137
Website:  www.klimenz.de

Verein(t) für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz