Klimafolgen werden sichtbar: Hitzestress im Fockelten-Teich

entschlossen. vorausschauend. verantwortungsbewusst

Die Entwicklung wird von KLIMENZ beobachtet und dokumentiert.
Wassertemperaturmessungen im Steinatal werden bereits seit 2021 gemeinsam mit dem Landesfischereiverband durchgeführt.
                                                                                        Archivbild: LFVBW

Hohe Wassertemperaturen belasten Gewässer

Mit steigender Wassertemperatur verändert sich das sensible Gleichgewicht im Gewässer. Warmes Wasser kann weniger Sauerstoff aufnehmen – gleichzeitig können geringe Wasserführung und verstärktes Algenwachstum die Belastung weiter erhöhen. Für temperaturempfindliche Wasserorganismen wird der Lebensraum damit zunehmend zum Stressfaktor.

Betroffen sind unter anderem Fische und die im Gewässer vorkommenden Krebse. Besonders deutlich zeigt sich die Belastung bei der Bachforelle, die auf kühle, sauerstoffreiche Gewässer angewiesen ist.

Wissenschaftlich ausgewertete Wassertemperaturmessungen des Landesfischereiverbands zeigen bereits für 2021: Die Wassertemperatur überschritt zeitweise 20 °C – eine für Forellen kritische Temperaturgrenze. Die Messdaten machen damit sichtbar, wie sich die Folgen zunehmender Hitze unmittelbar auf den Lebensraum Gewässer auswirken können.

Wasserfall am Wehr in Detzeln                                                Foto: KLIMENZ

Während sich warmes Wasser für Menschen im Sommer angenehm anfühlen kann, nutzen Kinder und Familien das Wehr gerne zur Freizeitgestaltung am Wasser.
Für temperaturempfindliche Fischarten können erhöhte Wassertemperaturen während Hitze- und Dürreperioden dagegen erheblichen Stress bedeuten.

Erwin Schlegel hilft fachkundig beim Abfluss der Algen-Explosion 
                                                                                             Foto: KLIMENZ 

Wenn der Bach versiegt, kippt der Teich

Der Fockelten-Teich, der als „Abenteuer-Lernteich“ Bestandteil der Umweltbildungsarbeit von KLIMENZ ist, weist derzeit eine deutlich reduzierte Wassertiefe auf. Statt der früher beobachteten Wassertiefe von rund 80 Zentimetern wurden stellenweise nur noch etwa 30 Zentimeter festgestellt. Gleichzeitig wurden Wassertemperaturen von nahezu 30 °C gemessen. Algen wuchern explosionsartig.

Der Fockeltenbach, der den Teich normalerweise mit Wasser versorgt, führte infolge der anhaltenden Trockenheit zeitweise kein Wasser mehr.

Gerade am Fockelten-Teich wird deutlich, wie eng Wasserhaushalt, Klimawandel, Gewässerökologie und Biodiversität miteinander verbunden sind.

Fehlt über längere Zeit der Wasserzufluss, steigt die Wassertemperatur, die verfügbare Wassermenge nimmt ab und die Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen verändern sich.

Damit wird eine zentrale Herausforderung der Klimaanpassung sichtbar:

Wie kann Wasser länger in der Landschaft gehalten werden, damit Gewässer und Lebensräume auch in längeren Hitze- und Trockenperioden widerstandsfähiger bleiben? 

FÖJ-ler Alexander montiert einen Temperaturlogger zur Beobachtung der Wassertemperatur.                                                     Foto: KLIMENZ

KLIMENZ handelt – schnell und verantwortungsbewusst

Für KLIMENZ steht fest:

Naturschutz bedeutet nicht nur langfristige Konzepte zu entwickeln, sondern in akuten Krisensituationen auch sofort Verantwortung zu übernehmen.

Deshalb wurde kurzfristig eine Notfall-Rettungsaktion eingeleitet.

Das KLIMENZ-Team installierte großflächige Sonnensegel über dem verbliebenen Restgewässer. Ziel dieser Sofortmaßnahme ist es,

  • die direkte Sonneneinstrahlung deutlich zu reduzieren,
  • die weitere Erwärmung des Wassers möglichst zu begrenzen,
  • die Sauerstoffsituation zu stabilisieren und
  • den Überlebensdruck für Fische und Edelkrebse zu verringern.
    .

Jede Verringerung der Wassertemperatur kann den Sauerstoffhaushalt verbessern und den empfindlichen Wasserorganismen wertvolle Zeit verschaffen.

Schattenspendendes Sonnensegel über dem „Abenteuer-Lernteich“ im Fockeltengraben bei Detzeln. Die Maßnahme soll die direkte Sonneneinstrahlung und damit die weitere Erwärmung des verbliebenen Wassers begrenzen.                                                                  Foto: KLIMENZ

KLIMENZ reagiert mit einer Sofortmaßnahme

Um die direkte Sonneneinstrahlung auf das verbliebene Gewässer zu reduzieren, installierte das KLIMENZ-Team großflächige Sonnensegel über dem Teich.

Die zeitlich begrenzte Sofortmaßnahme soll dazu beitragen,

  • die direkte Sonneneinstrahlung zu reduzieren,
  • eine weitere Erwärmung des Wassers möglichst zu begrenzen,
  • die thermische Belastung des Gewässers zu verringern und
  • die Situation für die im Wasser lebenden Organismen zu entlasten.
    .

Die Sonnensegel können die grundlegende Ursache der Situation jedoch nicht beheben. Sie sind eine akute Anpassungsmaßnahme, keine dauerhafte Lösung für den zunehmenden Wasser- und Hitzestress.

Teil des Projekts „Biodiversitätsorientierte Schwammlandschaft Unteres Steinatal“

Die aktuelle Notfallmaßnahme ist kein Einzelfall, sondern verdeutlicht eindrucksvoll, warum KLIMENZ.DE das Projekt „Biodiversitätsorientierte Schwammlandschaft Unteres Steinatal“ entwickelt hat.

Ziel des Projekts ist es,

  • Wasser länger in der Landschaft zu halten,
  • Feuchtgebiete dauerhaft zu stabilisieren,
  • Gewässer ökologisch aufzuwerten,
  • Lebensräume klimaresilient zu entwickeln und
  • bedrohten Tier- und Pflanzenarten langfristige Überlebensräume zu sichern.
    .

Denn jede Renaturierung, jede Wiedervernässung und jeder zurückgehaltene Liter Wasser stärkt die Widerstandskraft unserer Landschaft gegenüber den Folgen der Klimakrise. 

Vom akuten Problem zur langfristigen Klimaanpassung

Die aktuelle Situation am Fockelten-Teich ist deshalb mehr als ein einzelnes lokales Ereignis. Sie macht sichtbar, warum KLIMENZ.DE den Ansatz einer „Biodiversitätsorientierten Schwammlandschaft Unteres Steinatal“ verfolgt.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem:

  • Wasser länger in der Landschaft halten,
  • Feucht- und Gewässerlebensräume stabilisieren,
  • natürliche Wasserrückhaltefunktionen stärken,
  • Gewässer ökologisch aufwerten,
  • Biodiversität fördern und
  • Landschaften besser an zunehmende Hitze und Trockenheit anpassen.

Dabei geht es nicht darum, einzelne Gewässer dauerhaft technisch zu schützen. Entscheidend ist vielmehr eine Landschaft, die Wasser aufnehmen, speichern und zeitverzögert wieder abgeben kann.

Denn Artenvielfalt braucht Wasser – und Wasser braucht eine Landschaft, die es hält.

Natur erleben. Zusammenhänge verstehen. Zukunft gestalten.

Steinatal-Safaris am 23. und 30. August 2026

Wie hängen Klimawandel, Wasserhaushalt, Landnutzung und Biodiversität zusammen?

Und was passiert, wenn ein Bach während einer längeren Trockenperiode kein Wasser mehr führt?

Diesen Fragen geht KLIMENZ.DE bei den beiden Steinatal-Safaris am 23. und 30. August 2026 nach.

Die Teilnehmenden erleben das Untere Steinatal unmittelbar vor Ort und entdecken, wie sich Veränderungen des Wasserhaushalts auf Gewässer, Tiere, Pflanzen und Lebensräume auswirken.

Der Fockelten-Teich steht dabei beispielhaft für eine Entwicklung, die sich zunehmend auch in unserer Region beobachten lässt: Klimafolgen werden nicht erst in ferner Zukunft sichtbar. Sie zeigen sich bereits heute vor unserer Haustür.

Die Steinatal-Safari verbindet Naturerlebnis mit Umweltbildung und macht ökologische Zusammenhänge vor Ort verständlich.

Nicht nur darüber sprechen. Hingehen. Beobachten. Verstehen.

KLIMENZ – Erlebbare Umweltbildung

Mit seinen Bildungsangeboten verbindet KLIMENZ.DE Naturerlebnis, wissenschaftliche Beobachtung und praktisches Handeln.

Die Steinatal-Safari lädt dazu ein, das Untere Steinatal aus einer neuen Perspektive zu erleben:

Natur erleben. Zusammenhänge verstehen. Zukunft gestalten.

Aus Notfällen lernen – Zukunft gestalten

Die aktuelle Situation zeigt eindrucksvoll, dass klassische Naturschutzmaßnahmen künftig allein nicht mehr ausreichen werden.

Die Klimakrise verändert unsere Gewässer schneller als viele Lebensgemeinschaften sich anpassen können.

Deshalb braucht es heute vorausschauende Konzepte, entschlossenes Handeln und eine Landschaft, die Wasser speichert, statt es möglichst schnell abzuleiten.

Genau dafür steht KLIMENZ.

Mit dem Projekt „Biodiversitätsorientierte Schwammlandschaft Unteres Steinatal“ verbindet unser Verein akute Nothilfe mit langfristigem Klimaanpassungs- und Biodiversitätsschutz.

Denn Artenvielfalt braucht Wasser. Und Wasser braucht eine Landschaft, die es festhält.

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Möchtest du mehr über KLIMENZ erfahren, an Workshops und Veranstaltungen teilnehmen und Umweltbildung aktiv erleben? Dann bist du bei uns genau richtig.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – wichtig sind Interesse, Offenheit und Freude am Mitwirken. Gemeinsam gestalten wir nachhaltige Entwicklung und setzen uns aktiv für Natur- und Klimaschutz ein.

E-Mail:  info@klimenz.de
Telefon:  +49 (0)152 3898 3137
Website:  www.klimenz.de

Verein(t) für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz