Projekt in Planung 
(Stand 17.04.2024)

Biodiversitätsorientierte Schwammlandschaft Unteres Steinatal

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KLIMENZ ist aktiv 

Artenvielfalt und Nachhaltigkeit
für das Untere Steinatal im (Klima-)Wandel

Klimafluch(t) – die Bombe tickt!

Drohende Klimakatastrophe
& Biodiversitätskollaps

Klimawandel manifestiert sich in dramatischer Weise. Seine Auswirkungen im Unteren Steinatal sind vielfältig und stellen eine Mischung aus subtilen, schwer erkennbaren Veränderungen und eklatanten Ereignissen dar. Diese Bedrohungen gefährden das Überleben freilebender Tier- und Pflanzenarten. Zudem werden/wurden Biotopverbünde und Nahrungsketten durch den Verlust natürlicher Lebensräume wie Landwirtschaftsflächen, Steinbrüche und Siedlungen empfindlich gestört.

Die „Big Points“ für effektiven Klima- und Artenschutz sind die Verbesserung des Mikroklimas und der Gewässerökologie. Das Projektziel umfasst die Erhaltung der Vielfalt der Lebensräume, die Förderung einer nachhaltigen Bewirtschaftung, die Verknüpfung von Ökosystemen, die Berücksichtigung menschlicher und ökologischer Bedürfnisse sowie die aktive Einbindung der Gemeinschaft. Außerschulische Lernorte dienen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Landesstudie Gewässerökologie
Unser Projekt befasst sich mit der “Landesstudie Gewässerökologie” für Baden-Württemberg. Es zielt darauf ab, die Lebensraumfunktionen unserer Gewässer gemäß der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) naturnah wiederherzustellen. Ziel ist eine nachhaltige Gewässerentwicklung und ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser für die Bewahrung der Artenvielfalt, die Förderung eines gesunden Mikroklimas, die Sicherstellung einer zuverlässigen Wasserversorgung und der Grundwasserneubildung, Erosionsschutz, Hoch- und Niedrigwasserschutz. Gemäß dem Wassergesetz Baden-Württemberg liegt die Verantwortung für diese Aufgaben bei den Unterhaltungslastträgern. Für die Untere Steina als Gewässer II. Ordnung ist die Stadt Waldshut-Tiengen zuständig.

Schwammlandlandschaft
Eine Schwammlandlandschaft speichert, filtert und reguliert Wasser wie ein Schwamm. Sie besteht aus Feuchtgebieten, Biotopen, Bächen und anderen Lebensräumen für viele Pflanzen- und Tierarten. Wasser soll möglichst lange in der Landschaft gehalten werden, z.B. Regenwasserrückhaltebecken, Retentionsflächen, Hangquergräben, Feuerlöschteiche etc. Schwammlandschaften garantieren eine verbesserte Wasserqualität, Hoch- und Niedrigwasserschutz, besseres Mikroklima, Kohlenstoffspeicherung und sichern die Artenvielfalt (Biodiversität).

Mikroklima und Biodiversität
Um das Mikroklima widerstandsfähiger zu gestalten, werden Wälder, Feuchtgebiete und Graslandschaften wiederhergestellt, Feuchtbiotope revitalisiert und Wasserläufe renaturiert. Klimaresistente Bäume regulieren die Luftfeuchtigkeit, senken Temperaturen, verbessern die Luftqualität und verhindern Bodenerosion. Grünflächen mindern Wärmeinseln, während intakte Wasserkörper die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Durchlässige Oberflächen unterstützen die Wärmeabsorption und Verdunstung. Die Erhaltung der biologischen Vielfalt trägt zur Stabilisierung des Mikroklimas bei.

Jeder kann mitmachen und helfen
Wir organisieren Freiluftveranstaltungen und Arbeitseinsätze, um die Entwicklung eines vielfältigen Ökosystems in Form einer „Schwammlandschaft“ zu unterstützen. Dazu zählen Patenschaften für Bäche und Teiche, die Pflege von Gewässerrandstreifen, die Renaturierung und Revitalisierung von Lebensräumen, die Schaffung von Pufferzonen und Blühstreifen sowie Umweltbildungsprogramme (BNE) für Schulklassen, Familien, Kindergärten, Schülerhorte und Studenten.

Kosten – Spenden – politischer Wille
Unser Projekt erfordert erhebliche Mittel z.B. für die Neubepflanzung mit heimischen Baumarten wie Weiden, Espen und Erlen, Landschaftspflegegeräte, Gewässertemperaturlogger und Analysegeräte für Wasserqualität, Mikroskope, die Errichtung von Lehrpfaden und die Ausstattung unseres “Klassenzimmers am Bach”. Ihre Spenden sind willkommen und entscheidend für unser Vorhaben.

Um das Artensterben zu stoppen und den Klimawandel zu bekämpfen, ist ein Umdenken auf politischer Ebene sowohl lokal als auch global unerlässlich. Wir beginnen diesen Wandel im Unteren Steinatal vor den Toren der Großen Kreisstadt Waldshut-Tiengen.

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Umsetzung
im Baukastensystem

Das Projekt wird in zeitlichen und sachlichen Etappen umgesetzt, basierend auf einem Baukastensystem. Die Etappenziele werden eng mit den Beteiligten abgestimmt und unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie gesetzlicher Vorgaben geplant. Standardisierte und strukturierte Prozesse sind auf effizientes Erreichen der Projektziele ausgerichtet.

Ökologisch-ökonomische Win-Win-Lösungsansätze für den gesamten Wasserkörper eines hochkomplexen Ökosystems sind erforderlich. Wir tragen zur Entwicklung von Notfall- und Managementplänen (MaP) u.a. für FFH-Gebiete bei, unterstützen die Neubewertung der europäischen Wasser-Rahmen-Richtlinie (WRRL-Bewirtschaftungspläne 2022-2027) und die Umsetzung von relevanten Umweltgesetzen. Des Weiteren initiieren wir  proaktive Managementpläne für Hoch-, Niedrig- und Regenwasser, Verklausungsschutz, Gewässerschauen (alle 5 Jahre), Gewässerentwicklungsplänen, Hitzeaktionsplänen und Waldbrandschutz.

Innovative Veranstaltungen ergänzen das Projekt und involvieren verschiedene Bevölkerungsschichten, sind mehrgenerationenorientiert und werden durch sanften Tourismus zugänglich gemacht, begleitet von professioneller pädagogischer Unterstützung im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Es sind messbare Daten und Fakten für Etappenziele geplant. Diese werden durch unsere Monitorings und ein Klimacontrolling überwacht. Der Projektfortschritt wird an Monatstreffen, bei der Jahreshauptversammlung, in Printmedien und Social Media (geplant ab Mitte Mai) veröffentlicht.

 

 

Schwammlandschaft & Wasserkörper Unteres Steinatal

blau schraffiert = FFH-Gebiet.                                                      Quelle:

Konkrete
Zwischenetappen

1.  Steinaversickerung & Canyons 

Die Steinaversickerung ist ein geheimnisvolles Phänomen, bei dem Wasser durch Gesteinsspalten versickert, was den Wasserhaushalt und das Mikroklima beeinflusst. Dieses einzigartige Naturereignis umfasst zwei Canyons und ein Wadi, ein trockenes Flussbett, das nur nach starken Regenfällen Wasser führt. Es verdient die Anerkennung als herausragendes Naturdenkmal und sollte für Besucher zugänglich gemacht werden.

Antragsgrundlage ist die Einzigartigkeit, Schönheit und Seltenheit dieses mystischen Naturphänomens sowie die Möglichkeit, im trockengefallenen Bachbett (Wadi) zu wandern, den Anblick eines Wasserfalls ohne Wasser zu erleben und die geologisch spannenden Canyons zu erkunden. Eine Aussichtsplattform und der Startpunkt für die “Steinatal-Safari” würden die Besuchererfahrung bereichern. Naturdenkmäler gelten als „Botschafter“ des Umweltgedankens, da sie das Schutzgut eindrücklich darstellen und aufwerten.

Nach der Steinaversickerung durch Canyons und dem Wadi zum “Teufelsloch” (Wasserfall ohne Wasser)           Foto: Vanessa Kasseckert 

2.  Auen & Gewässerrandstreifen 

Renaturierung und Revitalisierung umfassen die Wiederherstellung und Einhaltung von Gewässerrandstreifen, Aufforstung schattenspendender Bäume, die Schaffung von Schwammlandschaften, Tiefwasserkolken, Strukturlenker, Rigolen und Fischgaragen sowie ein effektives Bibermanagement und Pflege der Auen. Des Weiteren sind Wiedervernässungen und die Wiederansiedlung der Bachforelle geplant. Neuanpflanzungen von Bäumen und Büschen, Blühstreifen, Pufferzonen und Verbundkorridore in Agrarflächen und Auenwäldern gehören ebenfalls dazu. Eine Aufwertung der FFH-Lebensräume ist vorgesehen, wobei besonderer Schutz der bedrohten Flora und Fauna gewährt wird.

Die Gewässerentwicklungspläne müssen an die Klimakrise angepasst werden, wobei sämtliche stehende und fließende Gewässer berücksichtigt werden. Maßnahmen umfassen die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und Kühlung der Umgebung sowie strukturelle Verbesserungen wie Tiefwasserkolke, Fischgaragen und Quellsicherungen. Besonderes Augenmerk wird auf den Grundstücksankauf sowie auf natürliche Hoch- und Niedrigwasserschutzmaßnahmen gelegt.

In Zusammenarbeit mit Landwirten werden Lösungen zur Erhaltung und Förderung der natürlichen Umwelt entwickelt, um den Boden für eine nachhaltige Zukunft vorzubereiten. Naturschutzverbände unterstützen dieses Projekt, während ein Biodiversitätsberater hilft, die Aktivitäten anzupassen, um die Biodiversität zu erhalten oder zu verbessern. Dies geschieht durch Bewertungen, Strategieentwicklung, Schulungen und Implementierung von Überwachungsprogrammen.

Die Förderung von Biodiversität erstreckt sich auf Agrarflächen und Wälder, einschließlich ökologischem Landbau, Schaffung von Blühstreifen und Hecken zur Schaffung von Lebensräumen für Insekten und Vögel. Naturnahe Waldbewirtschaftung, Erhaltung alter Baumbestände, Totholz und die Wiederherstellung von Auenwäldern bieten Unterschlupf und Nahrung in verschiedenen Habitaten.

Siehe u.a. https://klimenz.de/2022/vernetzung-mit-experten/

Hier waren Biber aktiv. Der geschützte Gewässerrandstreifen beträgt beidseitig 10 m (außerhalb) bzw. 5 m (innerhalb von Ortschaften).

3.  Bach- und Teichpatenschaften 

Um aquatische Ökosysteme zu stärken, sollen Renaturierung von Auenwäldern, Strukturverbesserungen, Revitalisierung von Feuchtgebieten, Hege und Pflege der Gewässerrandstreifen, Wiedervernässungen, Aufforstung schattenspendender Bäume, Tiefwasserkolke, Rigolen, Fischgaragen und effektives Biber- und Auenmanagement umgesetzt werden. Gewässerschauen und Bachpatenschaften sind geplant vor allem an kleineren Gewässern ohne Fischerei, z.B. für Fockeltenbach, Krebsbach, Lützelbach, Dunstenbach.

Umweltfreundliche Uferbefestigungen und Gewässerputzaktionen werden durchgeführt, um illegale Müllentsorgung, Mikroplastik, Öl- und Löschschaumunfälle sowie PAK im Grundwasser zu bekämpfen. Des Weiteren sollen sie gegen Kahlschläge, Trockenlegung von Wiesen, Gülleausbringung nahe an Bachläufen, Überdüngung und unerlaubte Pestizide vorgehen, um eine sichere Trinkwasserversorgung zu gewährleisten. Das Ziel ist eine funktionierende modellhafte Schwammlandschaft des gesamten Wasserkörpers.

Siehe u.a. https://klimenz.de/2022/gewaesser-putzete-der-steina-wieder-sehr-erfolgreich/
und https://klimenz.de/projekte/bachpatenschaft/

Ehrenamtliche Helfer bei einer Gewässerputztete in der Steina – eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Steinbruch PWD.           Foto: Verein 

4.  Artenschutzgebiet Fockeltengraben

Der Schutzstatus des ohnehin geschützten FFH-Gebiets Fockeltengraben (bei Detzeln) wird zum Amphibien-Artenschutzgebiet gemäß Biotopvernetzungskonzept aufgewertet. Es beherbergt u.a. eine bedeutende Population von Geburtshelferkröten und Feuersalamandern.

Maßnahmen entlang des Fockeltenbachs umfassen Open-Air-Naturerlebnistage, Wiederaufforstungen, Biotopaufwertungen sowie die Schaffung und Pflege von Amphibien-Laichhabitaten. Es werden auch Fischteiche für Karpfen und für die vom Aussterben bedrohten Edelkrebse unterhalten.

Die ehemaligen Zuchtbecken wurden zu gartenteichähnlichen Feuchtbiotopen umgestaltet, die als Amphibienlaichhabitate dienen. Die Teiche sind ausschließlich unter ökologischen Gesichtspunkten angelegt und bieten Lebensraum für verschiedene Arten: Insekten (Prachtlibelle, Schmetterlinge, Glühwürmchen), Amphibien (Feuersalamander, Molche, Kröten, Frösche), Reptilien (Ringelnatter), Vögeln (Eisvogel, Graureiher, Waldkauz) und Säugetiere (Haselmaus, Siebenschläfer, Biber).

Vögel nutzen die Teiche zudem zum Trinken und Baden. Wasser verbessert das Mikroklima und erhöht die Luftfeuchtigkeit für Abkühlung an heißen Tagen. Diese künstlichen Teiche dienen sowohl als Naturschutzprojekt, insbesondere als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bei Bauvorhaben, als auch als außerschulische Bildungsstätte. Sie ermöglichen Kindern, Naturschützern und Insektenforschern u.a. Einblicke in die Unterwasserwelt durch Mikroskopie. Die ehemalige Forellenzucht erfüllt alle artenschutzrechtlichen Anforderungen und unterliegt einem Biodiversitätsmonitoring. Ein mehrjähriges Monitoring der Gewässertemperaturen und des Makrozoobenthos wird eingeführt, um die Wasserqualität zu überwachen.

Siehe u.a.
https://klimenz.de/2023/naturerlebnistag-fuer-kinder/
und
https://klimenz.de/2023/amphibien-exkursion/

Amphibien-Exkursion im Fockeltengraben mit Klemens Fitz (rechts), Artenschutzbeauftragter Regierungspräsidium Freiburg.       Foto: Verein

5.  Klassenzimmer am Bach: Artenschutzturm & Gewässer-Monitoring

Im Klassenzimmer am Bach erleben Schüler die Natur hautnah. Durch erweiterte Bildungsangebote wie das Fischmobil, Jagdmobil und Ökomobil fördern wir das Umweltbewusstsein. Neue Ansätze in Bildungsprojekten für nachhaltige Entwicklung werden spielerisch umgesetzt, darunter Gewässerpädagogik mit  Monitoring: Pegelmesser, Gewässertemperaturlogger, Leitfähigkeit, PH-Messungen und Sauerstoffgehalt.

Ein geplanter Artenschutzturm bietet Mehlschwalben und Mauerseglern Nistmöglichkeiten. Künstliche Nisthilfen für Schwalben, Mauerseglern und Fledermäuse werden an einem Turm mit Lärchenholzverkleidung angebracht. Der Turm wird auf einen ca. 6 Meter hohen Mast gesetzt und erfüllt alle artenschutzrechtlichen Anforderungen. Durch eine Web-Cam können Kinder die Fütterung von Schwalbenkindern live verfolgen. Unser Verein agiert als Träger außerschulischer Jugendbildung (BNE) und kooperiert mit der Ortsverwaltung Detzeln sowie Naturschutzverbänden, um professionelles Monitoring sicherzustellen. Geplant ist zudem ein Umweltkasperle-Theater für Kinder.

Der ursprüngliche Artenschutzturm (alter Trafoturm) wurde vom Ortschaftsrat Detzeln am 27.03.2024 abgelehnt. Es gibt jedoch einen Trost im letzten Satz des Protokolls der nichtöffentlichen Sitzung wie folgt:

“Die Errichtung eines Artenschutzturms entsprechend dem durch den Verein Erlebbare Umweltbildung e.V. vorgelegten Projekt an anderer Stelle auf der Gemarkung Detzeln wird vom Ortschaftsrat Detzeln vollumfänglich gutgeheißen und unterstützt. Auch die finanzielle Unterstützung eines solchen Projektes durch die Ortschaftsverwaltung Detzeln sowie die Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Standort werden in Aussicht gestellt”.

Siehe u.a.:
https://klimenz.de/projekte/umweltkasperle/
und 
https://klimenz.de/2022/fischmobil-fasziniert-kinder/
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Begeisterte Schulkinder beim Fischmobil im Klassenzimmer am Bach (Detzeln) mit MdL Niklas Nüssele (Mitte).                Foto: Dieter Schäuble

Wir messen Gewässertemperaturen (leider jedes Jahr höher und tödlich für diverse Fischarten), Gewässergüte und Pegel.               Foto: LFVBW  

6.  Wer die Natur kennt, kann sie schützen

Zahlreiche Veranstaltungen, Wanderungen, Arbeitseinsätze begleiten das Projekt.
Beispiele: traditionelle Vogelstimmen-Wanderung am 1. Mai (Hauke Scheider), Amphibien-Exkursion (Klemens Fritz), Spinnen-Safari (Jürgen Bacher), Neophyten-Jäten (Carina Bremer), Bibermanagement (Bettina Sättele), Fischmobil (Landesfischereiverband), Ökomobil (Regierungspräsidium), Gewässerputzete (PWD, Klettgau Cleaners, Andreas Otte), Klima-Bündnis (Michael Summ), Steinatal-Imkerei (Andreas Albicker), blühende Heuwiesen (Carina Bremer) etc.,
ebenso die „Steina-Safari“ auf eigene Faust, stets mehrgenerationenorientiert, für Familien, Schulklassen, Experten und Naturbegeisterte.

Geplant sind zudem u.a. Blühstreifen, Trockenmauern, ungemähte Böschungsstreifen an Wegen, verzögerte Mahd von Heuwiesen, kontrolliertes Mulchen an Straßenrändern, Biotoppflege, Unter- und Zwischensaaten, Pflanzung klimaresistenter Bäume und Wiederherstellung der Gewässerrandstreifen.

Schulkinder von FEZ beim Jäten von Neophyten (invasive nicht heimische Pflanzen), hier indisches Springkraut.                   Foto: Verein

7.  Krebsbachwasserfall & Steinbruchsee

Mit einer Fallhöhe von 31 m ist der Krebsbach-Wasserfall höher als der Rheinfall (26 m). Das neue Bachbett des Krebsbachs im Steinbruchareal wurde 2018 in Felsen gesprengt und ist bis heute kaum renaturiert.

Nach Beendigung des Abbaus von Porphyr im Westbruch ist „zeitnah“ (!) ohnehin eine umfassende Renaturierung gesetzlich vorgeschrieben. Wir initiieren in Zusammenarbeit dem Steinbruchbetreiber und den Behörden, den tiefen Sprengkrater als Steinbruchsee nur teilweise mit Erdaushub aufzufüllen. Eine teilweise Verfüllung sollte horizontal erfolgen, d.h. ohne Hangneigung. Dadurch sind bei Starkregen fatale Erosionen ausgeschlossen. Das Wasser bleibt im Boden (Schwammlandschaft) und verhindert Ausspülungen mit gefährlichem Sedimenteintrag in die Steina. Der Steinbruchsee (3 m tief) wird vom Krebsbach gespeist, erzeugt Verdunstungskälte, verbessert das Mikroklima und fördert die Artenvielfalt. In der steilen Abbruchkante der Felsenwand könnte u.a. der früher heimische Uhu wiederangesiedelt werden.
Ein Lehrpfad “Ökologie und Ökonomie” in Zusammenarbeit mit dem Steinbruchbetreiber und Naturschutzverbänden könnte entlang des zu renaturierenden Krebsbachs zum Wasserfall führen. Breite Bevölkerungsschichten und Touristen hätten somit Zugang zum Wasserfall und zum Steinbruchsee. Diese Kombination ist deutschlandweit einzigartig.

Dieses Vorzeigeprojekt stellt ein überzeugendes Win-Win-Modell dar, das ökologische, ökonomische und touristische Belange berücksichtigt. Der Mix macht´s: das Wasser in der Landschaft halten, das Mikroklima nachhaltig verbessern, Feinstaub reduzieren und eine neue aquatische Flora und Fauna ansiedeln. Dies alles trägt zudem zur (Wieder-)Vernetzung von Biotopverbünden und Nahrungsketten bei.

Eine Zusammenarbeit „Ökologie und Ökonomie“ mit dem Porphyrwerk Detzeln GmbH (Eberhard-Gruppe) hat 2021 mit gemeinsamen Aktionen und Planungen begonnen. Die Firma Eberhard bringt 30 Jahre Erfahrung im Baustoffrecycling mit, setzt auf Nachhaltigkeit und propagiert Kreislaufwirtschaft mit Schonen der Ressourcen. Staub und Lärm sollen reduziert werden.

Siehe u.a. https://klimenz.de/veranstaltungen/steinatal-safari/ Station 11.

 

Steina-Fischpächter und Ingo Kramer, Geschäftsführer vom Landesfischereiverband BW (links Mitte) besichtigen neues Bett vom Krebsbach und den Westbruch (PWD Detzeln).                     Foto: Verein

Der Krebsbach-Wasserfall (Fallhöhe 31 m ist höher als der Rheinfall 26 m) und könnte den angedachten Steinbruchsee speisen.                  Foto: Archiv

8.  Schotterlager & Reifenwaschanlagen 

Um den früheren Zustand wiederherzustellen, werden abgeholzte Gewässerrandstreifen (10 m ab Böschungsoberkante) insbesondere an den Schotterlagern des Steinbruchbetreibers wiederaufgeforstet. Dies dient der Beschattung und Abkühlung des Wassers. Maßnahmen und Kontrollen werden durchgeführt, um sicherzustellen, dass die gesetzlichen Bestimmungen bezüglich des Abstands der Schotterlager von der Steina eingehalten werden.

Im Ostbruch wird vom Steinbruchbetreiber (PWD) eine moderne Reifenwaschanlage verwendet, um die Reifen von Fahrzeugen, die im Steinbruchbetrieb eingesetzt werden, zu reinigen. Die Reifen von Muldenkippern, Bulldozern, Radladern, LKW und anderen schweren Maschinen können stark verschmutzt werden, da sie durch Schmutz, Schlamm, Staub und Steine fahren. Außerdem hilft die Reinigung dabei, die Landstraße L159 beim Steinbruchgelände sauber zu halten und verhindert die Verschleppung von Schmutz auf öffentliche Straßen.

Doch beim Westbruch und Nordbruch fehlen derartige Reifenwaschanlagen. Bei jedem Regen wird die L159 insbesondere für Zweiradfahrer gefährlich. Der Steinbruchbetreiber, der die Fahrzeuge einsetzt, ist für die Sauberkeit und Sicherheit der Straße verantwortlich, insbesondere bei kreuzendem Werksverkehr. Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um Verschmutzungen zu minimieren und die Straße gegebenenfalls zu reinigen. Zumal bei jedem Niederschlag eine braune Brühe voller Sedimente, Schmutz und umweltschädlicher Rückstände ungeklärt in die Steina fließt und im Bachbett eine Kolmatierung (Verkrustung der Bachsohle) verursacht. Hierbei sollten die zuständigen Behörden eine rasche Lösung mit dem Steinbruchbetreiber finden. Insgesamt trägt die Verwendung von Reifenwaschanlagen zur Effizienz, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit eines Steinbruchbetriebs bei.

Sprengungen und Mahlwerk verursachen Staub, der bei Regen gelöst wird und als schädliches Sediment die Steina belastet.         Foto: Verein 

9.  Amphibienlaichabitat Nordbruch 

Im stillgelegten Nordbruch, einem Gebiet bereits vor 2000 außer Betrieb genommen, soll ein Amphibien-Biotop entstehen. Dieses Biotop bietet Lebensraum für Frösche, Molche, Geburtshelferkröten und Feuersalamander. Die Renaturierungspläne werden an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst. Maßnahmen wie ebenerdige Aufschüttungen zur Erosionsprävention bei Starkregen, die Entdolung des Riedwiesenbachs, die Wiedervernetzung von Biotopen und die Schaffung von Laichhabitaten im neu gestalteten Bachbett werden umgesetzt. Ziel ist die Wiederherstellung des alten artenreichen Sekundärbiotops, insbesondere die Renaturierung des Riedwiesenbachs nach Entdolung mit Tümpeln und Teichen sowie Aufschüttungen ohne Neigung, um Erosion vorzubeugen und um Einspülung umweltschädlicher Sedimente (und Kolmatierung) zu vermeiden.

Siehe u.a. 
https://klimenz.de/veranstaltungen/steinatal-safari/ Station 12

 

Stillgelegter Nordbruch war bis 2002 ein artenreiches Sekundärbiotop u.a. mit Geburtshelferkröten und Feuersalamander.               Foto: Verein

Heute ist der Nordbruch eine Wüste, ein zerstörter Biotopverbund mit gestörten Nahrungsketten. Der neue Riedwiesenbach und Nordbruch sollen renaturiert werden, u.a. mit Amphibienlaichhabitaten.  Foto: Verein

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10.  Keine Ausreden für Politiker

Um Klimaschutzmaßnahmen lokal umsetzen zu können, sind die Kommunen von entscheidender Bedeutung.
Fehlendes Personal und begrenzte finanzielle Mittel dürfen keine Ausreden mehr sein.

Mit diesem Projekt rufen wir dazu auf, bei der derzeitigen Fortschreibung des städtischen Klimaschutzkonzeptes auch das Mikroklima und Gewässerökologie als kommunale Pflichtaufgaben zu verankern. Angesichts der sich zuspitzenden Klimakrise ist folgendes dringend zu behandeln:

  • Die Verankerung von Mikroklima und Gewässerökologie als Ziele von öffentlichen Interesse in allen städtischen Aufgabenfeldern.
  • Die Erstellung und Umsetzung von Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepten als Handlungsgrundlage, mit messbaren Parametern für alle Etappenziele.
  • Die Umsetzung von relevanten gesetzlichen Grundlagen auch in den Ortsteilen der Großen Kreisstadt Waldshut-Tiengen.
  • Eine langfristige, geschäftsbereichsübergreifende Personalausstattung für Klimaschutz, Klimaanpassung, Wasserrecht und Wasserwirtschaft als untere Wasserbehörde.

Es ist höchste Zeit, dass die Verwaltung diese dringenden Aufgaben wahrnimmt. Die Rekordhitze und Trockenheit in den letzten Sommern verdeutlichen abermals, dass auch Mikroklimaschutz und Gewässerökologie als kommunale Pflichtaufgabe verankert werden müssen.

Fließgewässer im (Klima)Wandel –
ohne Wasser läuft nichts

derzeit in Arbeit ….

KLIMENZ sammelt Fakten

Erhebungen & Auswertungen

Nur Daten und Fakten zählen!

Wasser ist heute weltweit von Verschmutzung oder übermäßiger Nutzung bedroht. Quellen, Oberflächen- und Grundwässer bedürfen des Schutzes. Basis für Gewässerschutz in unserem Landkreis sind belastbare Daten und Messungen.

Jeder Bach und jeder Boden ermöglicht vielfältige Beobachtungen, z.B. Bodenverdichtung, Wasserspeicherkraft, Niederschlagsstatistik, Regenmessstationen, Gebietsniederschlag, Pegelstände, Boden-/Luftfeuchtigkeit, Abflussbeiwert, standardisierten Messmethoden zur Wasserspeicherfähigkeit, Infiltrationsrate, langjährige Statistiken, Zukunftsaussagen zu Extremwertstatistik, Werte HQ5, HQ2, HQ1 (Auftrittshäufigkeit), Strecke der Steinaversickerung messen, Quellschüttungen, Spatenanalyse von Boden, Erdverdichtungen mit Sonden feststellen, Managementpläne für Niedrig-/Hochwasser, Werte (HQ/NQ).

KLIMENZ entwickelt Zukunft

Gewässer­entwicklungs­pläne

Messungen-Auswertungen-Thesen 

Unser Verein bearbeitet konkrete Einzelprojekte, die sich mit folgenden Themen beschäftigen, z.B.: Wie kann eine Veränderung in der Natur dargestellt werden? Zeitlicher Verlauf der Änderungen? Welche standardisierten Messmethoden zur Wasserspeicherfähigkeit gibt es? Welche Vorschriften / Vorgaben / Vorgehensweisen gibt es zu den Messmethoden?

Anfrage beim Landesanstalt für Umweltschutz in Karlsruhe und Regierungspräsidium Freiburg zwecks Messdaten zu Abflussmengen, Messung der Steinaversickerung (Länge des trockenen Flussbetts), Google-Earth kann für Veränderungen in der Landschaft / Natur genutzt werden, Weiterentwicklung Managementpläne für Niedrig- / Hochwasser, sinnvoller Fischbesatz, Modifizierung Gewässerentwicklungspläne für Steina, Schlücht, Wutach, Wiese und Alb in Zeiten des Klimawandels.

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