Projekt in Planung 
(Ideensammlung Stand 24.02.2024)

Biodiversitätsorientierte Modelllandschaft

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KLIMENZ ist aktiv 

Artenvielfalt und Nachhaltigkeit
für das Untere Steinatal im (Klima-)Wandel

Klimafluch(t) – die Bombe tickt!

Im Steinatal droht eine Klimakatastrophe
mit Biodiversitätskollaps

Mikroklima

Eine nachhaltige Gewässerentwicklung ist relevant für die Zukunft von Waldshut-Tiengen. Sie beinhaltet verantwortungsvollen Umgang mit Wasser, um das Mikroklima zu erhalten und die Wasserversorgung zu sichern. Maßnahmen wie Gründächer und Rückhaltebecken werden realisiert, um Regenwasser effizient zu nutzen, Grundwasser aufzufüllen und Überschwemmungen zu verhindern.

Um das Mikroklima widerstandsfähiger zu gestalten, werden Wälder, Feuchtgebiete und Graslandschaften wiederhergestellt, Feuchtbiotope revitalisiert und Wasserläufe renaturiert. Klimaresistente Bäume regulieren die Luftfeuchtigkeit, senken Temperaturen, verbessern die Luftqualität und verhindern Bodenerosion. Grünflächen mindern Wärmeinseln, während intakte Wasserkörper die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Durchlässige Oberflächen unterstützen die Wärmeabsorption und Verdunstung. Die Erhaltung der biologischen Vielfalt trägt zur Stabilisierung des Mikroklimas bei.

Ein konkretes Beispiel hierfür ist die “biodiversitätsorientierten Modelllandschaft Unteres Steinatal” initiiert vom Verein „Erlebbare Umweltbildung e.V.“. Dieses Mitmach-Projekt findet im malerischen Steinatal nahe Detzeln statt und bietet jedermann die Möglichkeit zur Teilnahme.

  1. Naturdenkmal Steinaversickerung
    Die Steinaversickerung ist durch das geheimnisvolle Versickern von Wasser durch Gesteinsspalten gekennzeichnet, was auch den Wasserhaushalt und das Mikroklima beeinflusst. Dieses einzigartige Phänomen besteht aus zwei Canyons und einem Wadi, einem trockenen Flussbett, das normalerweise nur nach starken Regenfällen Wasser führt. Es sollte als herausragendes Naturdenkmal anerkannt und zugänglich gemacht werden.

  2. Förderung ökologischer Vielfalt
    Dazu gehören Neuanpflanzungen von Bäumen und Büschen, Blühstreifen, Pufferzonen sowie Verbundkorridore in Agrarflächen und Auenwäldern. Des Weiteren ist eine Aufwertung der FFH-Lebensräume vorgesehen. Besonderer Schutz wird bedrohten Tierarten gewährt, wie beispielsweise Lerchen, Geburtshelferkröten und Steinkrebsen. Die Wiederansiedlung der Bachforelle ist geplant.

  3. Renaturierung des Wasserkörpers
    Die Gewässerentwicklungspläne für die untere Steina müssen an die Klimakrise angepasst werden. Dies gilt für sämtliche stehenden und fließenden Gewässer. Maßnahmen umfassen die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und Kühlung der Umgebung, sowie strukturelle Verbesserungen wie Tiefwasserkolke, Fischgaragen und Quellsicherungen. Ein besonderes Augenmerk wird auf den Grundstücksankauf sowie auf natürliche Hoch- und Niedrigwasserschutzmaßnahmen gelegt.

  4. Bach- und Teichpatenschaften
    Der Fockeltengraben wird zum Amphibien-Artenschutzgebiet erklärt, da hier u.a. eine bedeutende Population von Geburtshelferkröten nachgewiesen wurde. Um den Naturschutz zu fördern, werden Bach- und Teichpatenschaften für Schüler und Jugendliche ins Leben gerufen (BNE), vor allem an kleineren Gewässern ohne Fischerei. Ein mehrjähriges Monitoring der Gewässertemperaturen und des Makrozoobenthos (kleine aquatische Organismen) wird eingeführt, um die Wasserqualität regelmäßig zu überwachen.

  5. Lehrpfad “Ökologie und Ökonomie” mit Wasserfall und Steinbruchsee
    Ein innovativer Win-Win-Win-Erlebnispfad wird am Krebsbachwasserfall (23m) in Kooperation mit dem Steinbruchbetreiber und Naturschutzverbänden realisiert. Ein Steinbruchsee wird angelegt, wobei der tiefe Sprengkrater nach Stilllegung der Arbeiten nicht vollständig zugeschüttet wird. Das Ziel ist ein umfassendes Modell namens “Wasser hilft allen”, das vorbildliche Renaturierung, Wasserrückhaltebecken, Feuerlöschteiche, neue Habitate für aquatische Flora und Fauna, Mikroklima-Verbesserung und touristische Attraktion vereint.

  6. Amphibien-Biotop im Nordbruch
    Im bereits vor 2000 stillgelegten Nordbruch (derzeit ökologische Wüste) soll ein Biotop für Amphibien entstehen, das Fröschen, Molchen, Geburtshelferkröten und Feuersalamandern Lebensraum bietet. Die Renaturierungspläne werden an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst: durch Maßnahmen ebenerdiger Aufschüttungen zur Erosionsprävention bei Starkregen, die Entdolung des Riedwiesenbachs, die Wiedervernetzung von Biotopen und die Schaffung von Laichhabitaten im neu gestalteten Bachbett.

  7. Artenschutzturm Detzeln
    Die Umwandlung eines ehemaligen Trafoturms in Detzeln zu einem Artenschutzturm schafft eine Rettungsinsel für zahlreiche teils stark gefährdete Tierarten im besiedelten Gebiet.

  8. Zusammenarbeit mit Landwirt*innen
    In Zusammenarbeit mit Landwirten werden Lösungen zur Erhaltung und Förderung der natürlichen Umwelt entwickelt, um den Boden für eine nachhaltige Zukunft vorzubereiten. Naturschutzverbände unterstützen dieses wegweisende Projekt. Ein Biodiversitätsberater hilft dabei, die Aktivitäten anzupassen, um die Biodiversität zu erhalten oder zu verbessern. Dies geschieht durch Bewertungen, Strategieentwicklung, Schulungen und Implementierung von Überwachungsprogrammen.

  9. Bildungsangebote (BNE) im Klassenzimmer am Bach
    Umweltbewusstsein wird durch erweiterte Bildungsangebote gefördert, u.a. durch das Fischmobil, Jagdmobil und Ökomobil. Dabei werden neue Ansätze in den Bildungsprojekten für nachhaltige Entwicklung durchgeführt.

Die Stadtverwaltung lädt alle relevanten Akteure dazu ein, gemeinsam am Schutz und der Förderung der Biodiversität mitzuwirken, um ein verbessertes Mikroklima zu schaffen, das den Bedürfnissen zukünftiger Generationen gerecht wird.

Das gesamte Pilotprojekt wird in zeitlichen und sachlichen Etappen, basierend auf einem Baukastensystem, konzipiert. Diese Etappen werden in enger Abstimmung mit den Beteiligten geplant und unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie gesetzlicher Vorgaben umgesetzt. Dabei sind standardisierte und strukturierte Prozesse darauf ausgerichtet, die Projektziele effizient zu erreichen.

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Modelllandschaft und Wasserkörper
 Unteres Steinatal

blau schraffiert = FFH-Gebiet.                                                      Quelle:

Projektidee geplant

1.  Revitalisierung Auenwälder 

Wiederherstellung/Einhaltung Gewässerrandstreifen, Aufforstung schattenspendender Bäume, Schwammlandschaft, Tiefwasserkolke, Rigolen, Fischgaragen, effektives Biber- und Auenmanagement, Wiedervernässungen, Wiederansiedlung Bachforelle,
Bachpatenschaften siehe https://klimenz.de/projekte/bachpatenschaft/.
(weitere Details demnächst)

2.  Naturdenkmal „Steinaversickerung & Canyons“ 

Antrag auf Anerkennung als “Naturdenkmal”, als Naturgebilde von Einzigartigkeit, Schönheit und Seltenheit, mystische Versickerung, Wandern im trockengefallenen Bachbett (Wadi), Wasserfall ohne Wasser, geologisch spannende Canyons, Aussichtsplattform, Startpunkt „Steinatal-Safari“.
(weitere Details demnächst)

3.  Artenschutzgebiet Fockeltengraben 

vom Quellgebiet (mit Mindestwassermengen) des Fockeltenbachs bis zur Mündung, Naturerlebnistage, Wiederaufforstungen, Biotopaufwertungen, Amphibien-Laichhabitate, effektives Bibermanagement, Zuchtteich Edelkrebse.
(weitere Details demnächst)

4.  Klassenzimmer am Bach

Gewässerpädagogik, Naturerlebnistage (BNE) mit Naturschutzverbänden, Monitoring Gewässertemperaturlogger, Pegelmesser, Niederschlagsmengen, Rainfall-Simulator, Wasserklagschale, Analyse Makrozoobenthos (Kleinsttiere), Streuobstwiese, Quietschenten-Wettschwimmen, Umweltkasperle-Theater.
(weitere Details demnächst)

5.  Artenschutzturm Detzeln 

geplante Eröffnung am 16. Juni 2024:
ehemaliger Trafoturm als Habitat für Fledermäuse, Mauersegler, Schwalben, Sperrlinge, Singvögel, diverse Insektenarten und Reptilien, Monitoring der Schwalbenfütterung live per Web-Cam auf KLIMENZ-Homepage und in Türmerstube im EG
(weitere Details siehe  https://klimenz.de/projekte/trafoturm/)

6.  Steinbruchsee Westbruch mit Wasserfall 

teilweise Wiederauffüllung des Sprengkraters, Ansiedlung Uhu in Felswand, Renaturierung neues Krebsbachbett, Erlebnispfad Ökologie und Ökonomie mit PWD zum Krebsbachwasserfall (28m) nach Renaturierung des neuen Bachbetts  
(weitere Details demnächst)

7.  Amphibienhabitat Nordbruch 

Wiederherstellung Sekundärbiotop im stillgelegten Steinbruch, Aufschüttungen ohne Neigung (wg. Erosion), Renaturierung neues Bachbett Riedwiesenbach (nach Entdolung) mit Tümpeln und Teichen, u.a. für Geburtshelferkröte.
(weitere Details demnächst)

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Fließgewässer im (Klima)Wandel –
ohne Wasser läuft nichts

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KLIMENZ sammelt Fakten

Erhebungen & Auswertungen

Nur Daten und Fakten zählen!

Wasser ist heute weltweit von Verschmutzung oder übermäßiger Nutzung bedroht. Quellen, Oberflächen- und Grundwässer bedürfen des Schutzes. Basis für Gewässerschutz in unserem Landkreis sind belastbare Daten und Messungen.

Jeder Bach und jeder Boden ermöglicht vielfältige Beobachtungen, z.B. Bodenverdichtung, Wasserspeicherkraft, Niederschlagsstatistik, Regenmessstationen, Gebietsniederschlag, Pegelstände, Boden-/Luftfeuchtigkeit, Abflussbeiwert, standardisierten Messmethoden zur Wasserspeicherfähigkeit, Infiltrationsrate, langjährige Statistiken, Zukunftsaussagen zu Extremwertstatistik, Werte HQ5, HQ2, HQ1 (Auftrittshäufigkeit), Strecke der Steinaversickerung messen, Quellschüttungen, Spatenanalyse von Boden, Erdverdichtungen mit Sonden feststellen, Managementpläne für Niedrig-/Hochwasser, Werte (HQ/NQ).

KLIMENZ entwickelt Zukunft

Gewässer­entwicklungs­pläne

Messungen-Auswertungen-Thesen 

Unser Verein bearbeitet konkrete Einzelprojekte, die sich mit folgenden Themen beschäftigen, z.B.: Wie kann eine Veränderung in der Natur dargestellt werden? Zeitlicher Verlauf der Änderungen? Welche standardisierten Messmethoden zur Wasserspeicherfähigkeit gibt es? Welche Vorschriften / Vorgaben / Vorgehensweisen gibt es zu den Messmethoden?

Anfrage beim Landesanstalt für Umweltschutz in Karlsruhe und Regierungspräsidium Freiburg zwecks Messdaten zu Abflussmengen, Messung der Steinaversickerung (Länge des trockenen Flussbetts), Google-Earth kann für Veränderungen in der Landschaft / Natur genutzt werden, Weiterentwicklung Managementpläne für Niedrig- / Hochwasser, sinnvoller Fischbesatz, Modifizierung Gewässerentwicklungspläne für Steina, Schlücht, Wutach, Wiese und Alb in Zeiten des Klimawandels.